Eingezäunt und zugewachsen: In einem Gebüsch in Dorstfeld steht ein Bagger

mlzVergessene Baustelle

An der Heyden-Rynsch-Straße steht ein ziemlich verwildertes Gebüsch. In diesem Gebüsch hat eine Baufirma etwas vergessen. Etwas Großes.

Dorstfeld

, 19.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Bagger, ein Radlader, ein Generator, ein Bau-Container, mehrere kleinere Bau-Maschinen, ein paar Kanalrohre und ein Bauwagen ein paar Meter weiter – das alles steht an der Heyden-Rynsch-Straße zwischen Dorstfeld und Marten. Und man kann es nicht sehen, solange man nicht Äste und Blätter zur Seite schiebt.

Am Ende der Stichstraße, an der die Häuser mit den Hausnummern 28 bis 28c stehen, gibt es dieses Gebüsch. Ein Leser, der zufällig dort Spazieren ging, machte diese Redaktion auf das skurrile Stillleben aufmerksam.

Vor einigen Wochen war von dem Bagger an der Heyden-Rynsch-Straße noch deutlich mehr zu erkennen

Im Gebüsch sieht man kaum noch, dass es sich um einen Bagger handelt. © Holger Bergmann

Die Baumaschinen sind komplett verwachsen mit Japanischem Staudenknöterich und Stachelbeeren. Steht man weiter als zwei Meter davor, sieht man nur Grün. Tritt man näher, erkennt man, was aussieht wie eine vergessene Baustelle.

Wo die Straßenbahnen wendeten

Die Pflanzendichte deutet darauf hin, dass die Baustellen-Ausstattung seit vielen Jahren dort verrottet. Doch wie es dorthin kam, das ist offenbar nicht mehr nachvollziehbar.

Die direkten Anwohner sind sich des Inhalts des Busches nicht bewusst. Auf die Frage, seit wann die Geräte dort stehen, reagieren die Anwohner der Heyden-Rynsch-Straße und des angrenzenden Dorstfelder Hellwegs nur mit einem Achselzucken.

Auch diese Teile eines Radladers sind in einer Lücke des Grüns zu erkennen.

Auch diese Teile eines Radladers sind in einer Lücke des Grüns zu erkennen. © Holger Bergmann

Vielleicht gibt es ja einen Zusammenhang zwischen den Geräten und dem brach liegenden Grundstück, dass sich zwischen der Stichstraße und dem alten Wasserturm befindet. Auf diesem Grundstück befand sich bis 1997 die Schleife Dorstfeld. Dort drehten die Straßenbahnen der Dortmunder Stadtwerke, die damals nur geradeaus fahren konnten, in Richtung Brackel um.

Flurstück liegt in einem anderen Flurstück

Und tatsächlich, dieses Gebiet soll entwickelt werden. Das berichtet Marc Wiegand, Sprecher von DSW21. Momentan wird geprüft, wie man ein Projekt mit dem Titel „Wohnen am Wasserturm“ verwirklichen kann.

Das ist nämlich schwierig. Der DSW21 gehört nur das schleifenförmige Gebiet, auf dem einmal die Schienen lagen. Das rechteckige Grundstück drumherum gehört der Stadt.

Dieser Bauwagen steht illegal am Rand der Heyden-Rynsch-Straße. Der Besitzer in Schwelm ist nicht zu erreichen.

Dieser Bauwagen steht illegal am Rand der Heyden-Rynsch-Straße. Der Besitzer in Schwelm ist nicht zu erreichen. © Holger Bergmann

Mittlerweile hat auch die DSW21 Nachforschungen zu den verlassenen Baugeräten aufgenommen. Marc Wiegand konnte zwei Erkenntnisse nennen: Der Bauwagen stehe illegal am Rand der Heyden-Rynsch-Straße, der Besitzer kommt aus Schwelm, sei aber nicht erreichbar.

Besitzer ist nicht erreichbar

Außerdem ergab die Nachforschung, dass sich der verwachsene Busch auf einem dritten Flurstück befindet, das nicht zu dem Bauprojekt gehört. Auf diesem Flurstück hatte eine Ingenieurs-Gemeinschaft zwei Doppelhaushälften gebaut.

Doch unter der einzig bekannten Telefonnummer gibt es keinen Anschluss und die Internetseite ist nicht erreichbar. Im Moment sieht es so aus, dass Bagger, Radlader und Co. noch lange dort stehen bleiben.

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