Wo herrscht Einkaufswagen-Pflicht? Eine Stichprobe in Dortmund

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In manchen Supermärkten und Drogerien ist das Einkaufen nur noch mit Einkaufswagen möglich. Das hat auch schon zu Problemen geführt. Die Supermärkte gehen unterschiedlich vor.

Dortmund

, 01.04.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele Unternehmen sind dazu übergegangen, den Zutritt zum Geschäft nur noch für Kunden mit einem Einkaufswagen zu gestatten. Doch aufgrund der aktuellen Situation rund um das Coronavirus sind die Nerven vielerorts scheinbar stark strapaziert. Das zeigt auch ein Vorfall an der Lidl-Filiale in der Münsterstraße: Bereits am Freitag (27.3.) gipfelte dort ein handfester Streit um die neue Einkaufswagen-Pflicht sogar in einer Anzeige bei der Polizei.

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Derzeit gehört die verpflichtende Nutzung eines Einkaufswagens in Dortmund, wie sie bei der Lidl-Filiale praktiziert wird, nicht überall zur Realität. Wir haben uns auf eine Stichprobentour begeben.

Jeder Kunde benötigt eigenen Einkaufswagen

Der Grund für die neue Maßnahme scheint einleuchtend: Zusätzlich zu den bereits ergriffenen Sicherheitsvorkehrungen wie Plexiglasscheiben an den Kassen, Abstandsmarkierungen auf dem Boden und grundsätzlichen Einlasskontrollen soll die verpflichtende Nutzung eines Einkaufswagens ein mögliches Infektionsrisiko weiter verringern.

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So beispielsweise im Penny-Markt in Lütgendortmund. Hier weist am Eingang ein Schild daraufhin, dass jeder einzelne Kunde einen Einkaufswagen benutzen muss. Dies gilt auch dann, wenn zwei Personen im gleichen Haushalt wohnen und zusammen einkaufen.

Einkaufen nur mit Wagen im Penny-Markt in Lütgendortmund.

Im Penny-Markt in Lütgendortmund darf nur noch einkaufen, wer auch einen Einkaufswagen mitnimmt. © Marius Paul

Um sich auch mit Lebensmitteln verpflegen zu können, wenn man gerade keinen Chip oder eine passende Münze zur Hand hat, erhält man an der Kasse einen Einkaufschip. Vergleichbares gilt für die Filiale des Mutterkonzerns Rewe ein paar Meter weiter: „Durch die Beschränkung der Anzahl der Einkaufswagen können wir den Kundenzulauf kontrollieren“, erklärt Unternehmenssprecher Andreas Krämer die Maßnahme.

Anders die Situation beim Rewe-Markt „Kleiner Friedrich“ in der Landgrafenstraße. Hier bleiben die meisten Einkaufswagen in der Abstellbox. „Ich kann mir vorstellen, dass man hier auf eine Einkaufswagen-Pflicht verzichtet, weil der Laden eher klein ist und es dann wirklich eng im Geschäft werden würde. Aber alle anderen Maßnahmen werden ja umgesetzt“, erklärt ein Kunde, der regelmäßig zum Einkaufen hierherkommt.

Wagen schaffen Abstand zwischen Kunden

Beim Aldi an der Märkischen Straße verspricht man sich von der neuen Maßnahme laut Aldi-Sprecher Christian Salmen einen weiteren Effekt: „Natürlich wird es für unsere Mitarbeiter einfacher den Überblick über die Zahl der Menschen im Geschäft zu behalten, wenn jeder einen Einkaufswagen nutzt. Aber auch für die Kunden ist es von Vorteil, weil sie so leichter den Abstand untereinander einhalten können.“

Beim benachbarten Edeka-Markt verzichtet man momentan zwar auf die verpflichtende Mitnahme eines Einkaufswagens, dafür dürfen allerdings nur dann Kunden den Laden betreten, wenn ein anderer das Geschäft verlässt. Für Kundin Margret Drok ist das verständlich: „Man muss jetzt halt etwas mehr Zeit für das Einkaufen einplanen. Wenn man dann aber gesund bleibt, ist es das doch wert.“

Einkaufswagen werden zusätzlich desinfiziert

Edeka-Sprecherin Simone Erkens unterstreicht derweil: „Dadurch, dass unsere Marktbetreiber eigenständig sind, entscheiden sie auch selbst, welche Maßnahmen für ihre Filiale am sinnvollsten erscheinen.“ Grundsätzlich gelte die offizielle Vorgabe, dass pro 10 Quadratmetern Ladenfläche nur ein Kunde erlaubt sei. „Wie diese Maßgabe letztlich umgesetzt wird, ist Sache der Filialleitung“, so Erkens.

Dabei geht mit der Nutzung eines Einkaufswagens gleichzeitig auch ein gewisses Infektionsrisiko einher. Aus diesem Grund hat man unter anderem bereits bei der Drogeriekette dm reagiert. In der Filiale in Derne werden die Kunden zwar zum Einkauf mit einem Wagen verpflichtet, allerdings werden die Griffe der Einkaufswagen am Eingang zusätzlich desinfiziert und gesäubert.

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