Einkaufswagen voller Plastik: Aktivisten protestieren im Rewe gegen Umweltverschmutzung

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Mit der Aktion „Plastic Attack“ machen junge Menschen darauf aufmerksam, dass sie sich einen bewussteren Umgang mit Plastik wünschen. Nun hat sie auch in Dortmund stattgefunden.

von Rebekka Antonia Wölky

Unionviertel

, 01.09.2019, 15:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist Samstagmittag gegen halb zwei. An den Kassen im Rewe im West-Center an der Rheinischen Straße haben sich lange Schlangen gebildet. Wochenendeinkäufe mit vollen Einkaufswagen werden erledigt. In fast jedem Wagen: Plastikverpackungen, Joghurtbecher, PET-Flaschen.

Plötzlich tut sich im Bereich vor den Kassen etwas Ungewöhnliches: Einige junge Leute haben gerade die Lebensmittel in ihren Körben bezahlt. Sie setzen sich auf den Boden und holen Vorratsdosen, ausgespülte Joghurtgläser und Glasflaschen aus Stoff-Einkaufsbeuteln.

Dann beginnen sie, ihre Einkäufe umzupacken: Nüsse wandern aus der Plastiktüte in eine Vorratsbox, Nudeln in ein wiederverwendbares Netz, Joghurt aus dem Pappbecher in ein gespültes Glas und Milch und Säfte in die mitgebrachten Glasflaschen. Das überflüssig gewordene Plastik sammeln sie in einem Einkaufswagen. Zum Schluss ist der bis zum Rand gefüllt.

Eine ganze Menge Plastikmüll

Aktionen wie diese nennen sich „Plastic Attack“. Der Müll wird im Supermarkt gelassen, die Einkäufe nehmen die jungen Umweltaktivisten in ihren eigenen Behältern mit nach Hause. Ziel ist es, Supermärkte davon zu überzeugen, weniger Ware in Plastikverpackungen anzubieten. Der Umwelt zuliebe. Ähnliches hat auch in anderen Städten bereits stattgefunden.

Zu der Aktion im West-Center hatte die 20-jährige Studentin Mona aufgerufen. „Meiner Mitbewohnerin und mir ist aufgefallen, dass wir eine ganze Menge Plastikmüll produzieren, seit wir in unsere neue Wohnung gezogen sind“, sagt sie.

„Mittlerweile gibt es zwar einen Unverpackt-Laden in Dortmund und ein zweiter eröffnet bald, aber in den großen Supermärkten fehlen für viele Lebensmittel noch immer plastikfreie Alternativen.“ Sie wünscht sich zum Beispiel, auch in „normalen“ Supermärkten Lebensmittel wie Nudeln oder Reis direkt in selbst mitgebrachte, wiederverwendbare Plastikdosen oder Gläser abfüllen zu können.

Mal kurz ein Glas spülen

„Plastikmüll ist ja gerade ein großes Thema, man sieht zum Beispiel so viele Bilder von Tieren, die im vermüllten Meer verendet sind“, sagt der 25-jährige Lukas, der sich an Monas Aktion beteiligt hat. „Und trotzdem scheint es für viele Menschen immer noch zu viel Aufwand zu sein, mal kurz ein Gefäß zu spülen.“

Die Rewe-Mitarbeiter sind wenig begeistert von den im Eingangsbereich sitzenden Umweltschützern. „Die blockieren mein Samstagsgeschäft “, sagt ein Mitarbeiter und fordert sie auf zu gehen. „Von Kunden, die uns beobachtet haben, haben wir aber positives Feedback bekommen“, sagt Mona zufrieden. „Viele Leute haben uns gefilmt oder uns einen Daumen nach oben gezeigt. Für mich war es also eine erfolgreiche Aktion.“

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