Einmal SuS Derne, immer SuS Derne – Ernst Lepper feiert 85-jähriges Vereinsjubiläum

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Ernst Lepper trat 1934 in den SuS Derne ein. Dort ist er bis heute geblieben. Er sei eben eine treue Seele, sagt er. Und das gilt nicht nur für seinen Fußballverein.

Derne

, 11.02.2019, 17:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein ganz besonderes Jubiläum konnte jetzt der Derner Ernst Lepper feiern: Der fast 97-Jährige ist seit sage und schreibe 85 Jahren Mitglied im SuS Derne. Und natürlich erinnert er sich noch ganz genau, wie das damals war im Jahre 1934, als „die Braunen“, wie er abfällig sagt, seit einem Jahr an der Macht waren.

Er habe eigentlich schon mit zehn Jahren – also im Jahr 1932 – in einen Fußballverein eintreten wollen, aber es habe damals irgendwelche seltsamen Regeln gegeben, nach denen das erst mit zwölf Jahren möglich war. Also musste der kleine Ernst bis 1934 warten. Aber dann ging‘s los: Er spielte in allen Schüler- und Jugendmannschaften als Mittelläufer, etwas, das später Libero hieß und das es heute gar nicht mehr gibt.

Nur in der zweiten Mannschaft gespielt

Als Erwachsener habe er meist in der Zweiten gespielt. „In der Ersten habe ich nur drei Spiele gemacht“, sagt er, „warum sollte ich das verheimlichen? Bringt doch nichts.“ Später – im Krieg – gab‘s dann „Kriegsspielgemeinschaften“, weil die einzelnen Vereine nicht mehr genug Spieler zusammenbekamen. Sie waren im Krieg. Der SuS habe zusammen mit Lünen-Süd und Horstmar gespielt, erinnert sich Lepper. Auch dort habe er gespielt.

Schließlich jedoch erreichte der Krieg auch ihn: Im November 1944 wurde er eingezogen und musste noch einige Wochen an die Front, bevor er am 16. März 1945 in Kriegsgefangenschaft geriet, wo er bis Oktober 1946 blieb. In Bessancourt in Frankreich sei das gewesen, wo die Amerikaner ein Gefangenenlager betrieben. Französisch habe er dabei allerdings nicht gelernt.

Kein Französich gelernt

„Vielleicht drei Worte“, sagt er heute lachend. Dafür habe er aber auch dort Fußball gespielt. Genauso wie nach der Rückkehr nach Hause wieder bei seinem geliebten SuS. Sein letztes Spiel für die Alten Herren habe er mit 51 Jahren gemacht. Das war im Jahr 1973 und ist heute auch schon wieder 46 Jahre her.

Dem SuS ist er auch nach seiner aktiven Zeit treu geblieben. Er habe so gut wie keine Versammlung verpasst. Allein in diesem Jahr habe er schon die Jahreshauptversammlung und besagte Jubilarehrung besucht. Er sei eben eine treue Seele.

Das gelte auch für die anderen Vereine, in denen er Mitglied sei – zum Beispiel beim Freundeskreis Hostedde, einem der größten BVB-Fanclubs. Mit diesem Verein sei er bei Champions-League-Spielen schon in fast allen europäischen Ländern gewesen – mit Ausnahme Russlands, Albaniens und den baltischen Staaten. Er habe von 1964 bis 1989 auch eine BVB-Dauerkarte gehabt. Danach sei ihm das zu beschwerlich geworden. Er könne nicht mehr so lange stehen. Deswegen besucht er auch keine Spiele vom SuS Derne mehr.

Ganzes Leben in Derne verbracht

Mit Ausnahme der Kriegsgefangenschaft hat Ernst Lepper sein ganzes Leben in Derne verbracht. Weggewollt habe er nie, obwohl Derne früher nicht besonders schön gewesen sei. Vor allem wegen des Drecks, der von der Kokerei kam. Wäsche konnte man damals nicht aufhängen. Sie war nach ein paar Stunden wieder dreckig.

Auch gearbeitet hat Lepper (natürlich) in Derne: 40 Jahre auf Zeche Gneisenau, davon 38 Jahre unter Tage. Er findet es gut, dass die Relikte der Zeche noch heute weithin sichtbar sind.

Leben in den eigenen vier Wänden

Heute lebt Ernst Lepper immer noch allein in seiner eigenen Wohnung am Wittfeld, obwohl er Pflegestufe Drei hat. Umziehen in ein Seniorenheim wolle er trotzdem nicht. Er sei mal zwei Wochen in einem gewesen, aber da habe es ihm nicht gefallen. Er brauche seine gewohnte Umgebung. Immerhin habe er sehr nette Nachbarn, die ihm helfen.

SuS Derne

  • Angeregt durch Vereinsgründungen in der Umgebung fanden sich im Jahre 1908 Derner Sportfreunde im Lokal von Wilhelm Lange zusammen und gründeten den Fußball-Club Spiel und Sport Derne .
  • Noch als wilder Verein ging der Club in den Wirren des 1. Weltkrieges wieder ein.
  • Erst im Juni 1919 fand an gleicher Stelle die offizielle Gründung des Vereins statt .
  • Nach einer Spielgemeinschaft im Zweiten Weltkrieg ging es 1946 mit dem SuS Derne weiter.
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