Freuen sich über einen „kleinen Signal Iduna Park“ im Stadionumfeld (v.l.): Planungsdezernent Ludger Wilde, Signal-Iduna-Chef Ulrich Leitermann und BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer. © Signal Iduna/Barajas
Umwelt- und Naturschutz

Einmaliges Projekt: Dortmund hat auch einen kleinen Signal Iduna Park

Nicht nur der Rasen im Signal Iduna Park wird vom BVB gehegt und gepflegt. Der Klub kümmert sich auch um das Grün im Stadionumfeld. Dort ist ein in der Stadt einmaliges Projekt gewachsen.

Flächenmäßig ist Dortmund mit 281 Quadratkilometern eine der größten Städte Deutschlands. Und mit 63 Prozent Grünanteil im Stadtgebiet ist Dortmund auch eine der bundesweit grünsten Städte.

Um diesen Grünflächenanteil noch artenreicher und damit wertvoller zu machen, möchte das städtische Grünflächenamt möglichst viele Grünflächen in Dortmund naturnah umgestaltet werden.

Dazu braucht es große und starke Partner aus der Stadtgesellschaft. Mit dem BVB und der Versicherungsgruppe Signal Iduna wurden zwei solche Partner gefunden.

Sie haben es ermöglicht, dass in der Grünanlage Maurice-Vast-Straße zwischen Westfalenhallen und dem Westfalenpark das derzeit größte Nachhaltigkeitsprojekt der Stadt realisiert werden konnte – mit einer großen Wildblumenwiese, Nistkästen, Wildbienenhotels und Igel-Unterkünften. Es soll eine Strahlkraft entwickeln und Nachahmer finden.

Für Wildblumenwiesen gibt es inzwischen ein Bewusstsein

„Das Bewusstsein für nicht gemähte Flächen in der Stadt hat sich gedreht“, sagen Grünflächenamtsleiter Ulrich Finger und sein Stellvertreter Heiko Just. Habe man sich vor einigen Jahren Kritik gefallen lassen müssen, so sei diese verstummt: „Wildblumenwiesen werden jetzt als solche erkannt und gewünscht.“

Wie wichtig sie seien, habe sich jüngst bei wissenschaftlichen Untersuchungen kleiner Grünbereiche gezeigt. „Selbst die Forscher waren überrascht, wie viele verschiedene Heuschreckenarten dort vorgefunden wurden. Selbst kleine Biotope bieten also einen unheimlich wichtigen Lebensraum für Insekten“, so Heiko Just.

Dieses Beispiel zeige, wie schnell jeder Lebensraum angenommen werde und dass in vergangenen Jahrzehnten viel davon kaputt gemacht wurde. Jetzt sei es wichtig, für mehr Pflanzen und Insekten-Vielfalt im Stadtgebiet zu sorgen.

Gemeinsam gaben Signal Iduna und der BVB bereits im Oktober 2020 den Startschuss an der Maurice-Vast-Straße. Jetzt sind mehrere Teilprojekte fertiggestellt. „Nun zeigt sich, dass wir hier im Stadionumfeld einen schönen, kleinen Signal Iduna Park aufgebaut haben“, sagte Ulrich Leitermann, Vorstandsvorsitzender der Signal Iduna Gruppe.

„Artenreichtum und Pflanzenvielfalt sind unser aller Lebensgrundlage“, sagte Planungsdezernent Ludger Wilde. „Und da ist es wichtig, dass wir unsere Grünflächen so fit und vielfältig machen wie nur möglich.“

Ein für jedermann zugängliches Nachhaltigkeitsprojekt

Keimzelle der Idee war das Nachhaltigkeitsprojekt von Signal Iduna direkt im Umfeld der Hauptverwaltung. Es beruht auf einer Planung der Diplom-Biologin Kirsten Gulau aus Hamburg. Zehn wichtige Teilprojekte sind Bestandteil der Planung. Dazu gehören beispielsweise eine „Schatten-Oase“, ein „Naschgarten“ und viele weitere Lebensräume für Bienen und heimische Insekten.

Ergänzende Planungen erfolgten durch die Ausbildungsabteilung des Grünflächenamtes. Da es sich um ein Projekt handelte, das in vielfacher Hinsicht auch Bestandteile der Ausbildung zum Garten- und Landschaftsbauer enthält, passte auch die Realisierung des Nachhaltigkeitsprojektes zur Ausbildungsabteilung des Grünflächenamtes und wurde von dort koordiniert.

Das für jedermann zugängliche Nachhaltigkeitsprojekt ist nun mit einer umfangreichen Beschilderung ausgestattet, sodass das Areal gut auf eigene Faust erkundet werden kann. Der so entstandene Lehrpfad lädt Kinder, Familien und Schulklassen, aber auch Passanten dazu ein, sich über die ökologischen Zusammenhänge unserer heimischen Natur zu informieren.

„Unser gemeinsames Projekt zeigt eindrucksvoll, wie aus einem Konzept gelebte ökologische Nachhaltigkeit wird. Wir haben hier einen offenen Raum geschaffen, der nicht nur unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sondern allen Spaziergängern vielfältige Möglichkeiten bietet, sich mit den verschiedenen Themenwelten zu beschäftigen“, sagte Signal Iduna Chef Ulrich Leitermann.

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Redaktion Dortmund
Nach mehreren Stationen in Redaktionen rund um Dortmund bin ich seit dem 1. Juni 2015 in der Stadtredaktion Dortmund tätig. Als gebürtigem Dortmunder liegt mir die Stadt am Herzen. Hier interessieren mich nicht nur der Fußball, sondern auch die Kultur und die Wirtschaft. Seit dem 1. April 2020 arbeite ich in der Stadtredaktion als Wirtschaftsredakteur. In meiner Freizeit treibe ich gern Sport: Laufen, Mountainbike-Fahren, Tischtennis, Badminton. Außerdem bin ich Jazz-Fan, höre aber gerne auch Rockmusik (Springsteen, Clapton, Santana etc.).
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Peter Wulle

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