Eisenbarth-Gastronomie für 1,7 Millionen Euro zu verkaufen

Nach überraschender Schließung

Überraschend war die Eisenbarth-Gastronomie Anfang 2017 geschlossen worden. Zunächst hieß es, man wolle sich umstrukturieren und das Konzept neu ausrichten. Doch jetzt wird im Internet ein Käufer oder Pächter für die Immobilie gesucht. Und das ist nicht das einzige Lokal, was die Gastronomen-Familie loswerden will.

LÜTGENDORTMUND

, 27.04.2017, 02:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Eisenbarth – Gastronomie, Festsaal, Biergarten – nicht nur für den Sternekoch“: Diese Anzeige taucht in bekannten Immobilienportalen im Internet auf. Der Fachmakler Hans-Jürgen Korbmacher aus Niedersachsen wirbt im Auftrag von Inhaber Frank Eisenbarth für das Objekt. „Die gehobene und seit Jahrzehnten etablierte und überregional bekannte Gastronomie steht jetzt aus Gründen der fehlenden Nachfolge zum Verkauf“, heißt es in der Anzeige. Der Preis: 1,7 Millionen Euro, verfügbar: nach Absprache. Zu der Immobilie gehören neben dem Biergarten auch drei Apartments und eine Privatwohnung. Für das Inventar werden noch einmal 280.000 Euro fällig.

Die Anzeige sei seit rund zwei Monaten geschaltet, sagt Hans-Jürgen Korbmacher am Telefon, bereits Ende 2016 habe er das Objekt zum ersten Mal besucht. „Es gibt ein paar Interessenten“, sagt der Makler, „aber noch keiner hat sich final entschlossen.“ Unter den Kandidaten sei allerdings kein Dortmunder Gastronom, es handele sich vielmehr um größere Gruppen aus dem gesamten Bundesgebiet. Vorwiegend gehe es um eine Pacht statt Kauf. Die Miete dafür ist mit 7000 Euro im Monat angegeben.

Krankheit als Schließungsgrund

Dass die Eisenbarth-Gastronomie im Januar den Betrieb eingestellt hatte, sorgte für Entsetzen im Stadtteil – vor allem bei den Lütgendortmunder Vereinen, die sich dort regelmäßig trafen. Erst hieß es, man wolle nur das Konzept überarbeiten. Über ihren Rechtsanwalt hatte dann die damalige Geschäftsführerin und Tochter des Inhabers, Nina Elena Eisenbarth, mitteilen lassen, dass sie sich krankheitsbedingt gegen die Weiterführung des Betriebs entschieden habe. Die 23-Jährige war danach zeitweise im Sonnenstudio ihrer Mutter Martina Eisenbarth beschäftigt.

„Das Eisenbarth hatte einen sehr, sehr guten Namen“, sagt Hans-Jürgen Korbmacher, „aber es gibt wenige Gastronomen, die sich das in der Größenordnung zutrauen.“ Rein theoretisch liege der angegebenen Kaufpreis sogar unter dem eigentlichen Immobilienwert, wenn man die Lage und Größe betrachte. „Aber ob man das heute für eine Gastronomie kriegt, ist die andere Frage“, sagt der Immobilienfachmann.

„Einer der schönsten Biergärten“  

Einen Nachfolger interessiert vor allem der mögliche Umsatz, den er in Lütgendortmund machen kann. Die Gewinne aus 2016 halte er dabei für nicht repräsentativ, sagt Hans-Jürgen Korbmacher, da habe es bessere Jahre gegeben. Auch für Bezirksbürgermeister Heiko Brankamp kommt der Verkauf nicht überraschend. „Ich wünsche mir, dass das Lokal in anständige Hände kommt“, sagt er auf Anfrage. Es handele sich schließlich um einen der schönsten Biergärten des Dortmunder Westens.

Das Volksgartenrestaurant eröffnete 1911. Der Brauer Norbert Eisenbarth kaufte 1977 die Immobilie, seit 2000 leitete Sohn Frank die Geschicke. Mit Nina Elena Eisenbarth führte bereits die dritte Generation das Lokal. Diese Geschichte endet nun offenbar.

Altes Brauhaus zum Verkauf

Im Internet fällt noch eine weitere Anzeige von Makler Hans-Jürgen Korbmacher auf: Das Alte Brauhaus an der Martener Straße steht für 285.000 Euro zum Verkauf samt Wohnung und sieben Apartments. Die Eckkneipe steht seit mehreren Jahren leer – und gehört ebenfalls der Familie Eisenbarth. Die war für unsere Redaktion am Mittwoch nicht zu erreichen.

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