Kein Verkauf, aber Reparaturen: Elektronik-Händler arbeitet weiter

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In der Corona-Krise wurden Geschäfte des Elektronik-Einzelhandels als nicht relevant eingestuft und mussten schließen. Peter Schiefelbein aus Marten hat da andere Erfahrungen gemacht.

Marten

, 10.04.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zuhause bleiben ist gerade die Devise in Pandemie-Zeiten. Es gibt viele Tipps, wie sich die Menschen die Zeit zuhause vertreiben können: Sport, Spiele, Lesen. Doch bei vielen Menschen wird wohl der Fernseher die wichtigste Hilfe gegen die Langeweile sein.

Aber was passiert, wenn der Fernseher ausgerechnet jetzt kaputt geht? Oder die Waschmaschine? Oder die Spielekonsole? Oder der Kühlschrank? Dann können Dortmunder sich trotz Corona an den Elektronik-Fachhandel von Peter Schiefelbein an der Martener Straße wenden.

Unverzichtbare Geräte werden repariert

Im Jahr 2008 verloren Peter Schiefelbein und sein Partner Udo Hartmann praktisch ihr gesamtes Geschäft durch die Überflutung nach dem Starkregen-Ereignis. Als die Geschäfte vor drei Wochen schließen mussten, musste man eine weitere Katastrophe befürchten.

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Doch die ist ausgeblieben. Noch nicht einmal Kurzarbeit musste Peter Schiefelbein anmelden, denn im handwerklichen Teil des Betriebes gibt es genug zu tun. Die Werkstatt hat geöffnet, ist voll besetzt und repariert die unverzichtbaren Geräte der Menschen.

Firmen-Philosophie zahlt sich aus

Diesen Service gibt es nicht mehr an vielen Orten in Dortmund. Nach vielen Jahren des harten Kampfes gegen Handelsriesen und Online-Konkurrenz fühlt sich der 67-jährige endlich bestätigt: „40 Jahre lang haben wir uns dagegen gewehrt, unseren Service an Subunternehmen abzugeben, das zahlt sich jetzt in der Krise aus.“

Zwar dürfen nach wie vor keine Kunden in die Ausstellungsräume, doch weil die Theke zur Reparatur-Annahme direkt am Eingang ist, können Kunden einzeln eintreten und ihre beschädigten Geräte abgeben.

Anzeige wegen Verstoß gegen das Kontakt-Verbot

Dabei muss sich in den vergangenen Tagen sogar mal eine Schlange gebildeet haben. Peter Schiefelbein weiß nicht wann, auf jeden Fall bekam er Besuch vom Ordnungsamt. Ein Martener Anwohner hatte ihn offensichtlich angezeigt, wegen Verstoßes gegen das Kontaktverbot. Allerdings hatte das Ordnungsamt an der offenen Werkstatt nichts zu beanstanden. Es gab keinen Ärger.

Wenn sie das Kontaktverot beachten, können Kunden sogar noch weitergehende Leistungen des Elektronik-Händlers erwarten. „Wir können die Geräte der Kunden auch zuhause reparieren oder neue anliefern“, berichtet Schiefelbein. „Wenn der Abstand und die hygienischen Bedingungen gewahrt bleiben.“

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