Wie eine Löwin mit gefärbter Mähne sieht Elisa aus Dortmund in der neuen Folge von Germany‘s Next Topmodel aus. Heidi Klum nennt ihr Outfit Haute Couture. © Prosieben/Richard Hübner
Germany‘s Next Topmodel

Elisa kämpft in bisher unangenehmster Folge weiter um Topmodel-Titel

Nachdem es für Elisa aus Dortmund zuletzt knapp wurde bei Germany's Next Topmodel, muss sie sich nun doppelt ins Zeug legen. Doch Heidi Klums Aufgabe für sie ist ekelerregend.

Was bleibt eigentlich von Germany’s Next Topmodel (GNTM) übrig, wenn man die spektakulären Bilder und das Drama unter den Models wegnimmt? Ich kann es Ihnen verraten: nicht viel. Erstaunlich seicht plätschern die ersten 60 Minuten der neuen Folge GNTM am 15. April dahin.

Ein Casting für Joghurt-Werbung und ein Fotoshooting, bei dem die Kandidatinnen sich so wenig wie möglich bewegen sollen, offenbaren, was ich schon länger vermutet habe: dass die Show ohne inszenierte Streitigkeiten und extravagante Bühnenbilder nichts als eine Aneinanderreihung von Heidi Klums leeren Worthülsen ist.

Entsprechend wenig passiert auch bei der Dortmunder Kandidatin Elisa. Ganz knapp hat sie es in der vergangenen Folge unter die besten elf von Germany’s Next Topmodel (GNTM) geschafft. Nach einem wochenlangen Höhenflug war Heidi Klum in der zehnten Folge vom 8. April erstmals nicht zufrieden mit der 21-Jährigen.

Beim Job als Joghurt-Model geht Elisa leer aus

Umso mehr muss sich Elisa in der neuen Folge am 15. April ins Zeug legen, um es in die Top 10 der Model-Show zu schaffen. Da ist es nicht gerade förderlich, dass die Sendung gleich mit einem Casting beginnt, zu dem Elisa nicht einmal eingeladen ist.

Während fünf Kandidatinnen nach Bayern fahren, um um einen Job als Joghurt-Model zu kämpfen, bleibt Elisa im Modelloft in Berlin. Stattdessen heimst Konkurrentin Ana den Job ein, indem sie mit einem Wanderrucksack auf einem Holzsteg posiert. Gähn.

Im Anschluss steht das wöchentliche Fotoshooting an. Spätestens jetzt ist es eine Qual, nicht einfach umzuschalten. Es passiert irgendwas mit unbequemen Kleidern und großen Schmetterlingen und einem angeblichen Grusel-Haus und dann ist das Shooting schon vorbei. Zwischendurch gibt es noch ein paar Wows von Heidi Klum für Elisas Leistung – sie scheint ihre alte Form zurückzuhaben.

Endlich: Elisa darf sich streiten

Wenigstens gibt es in dieser Folge eine echte Premiere für Elisa: Zum ersten Mal wird sie gezeigt, wie sie sich in einen Konflikt unter den Kandidatinnen einmischt. Als Konkurrentin Ashley schlecht über Kandidatin Dascha redet, setzt sich Elisa für sie ein, was Ashley wiederum gegen den Strich geht.

Doch auch diese Auseinandersetzung taugt nicht für echte Unterhaltung. Obwohl die GNTM-Redakteure ihr bestes Geben, um den kleinen Konflikt mittels dramatischer Musik und spitzer O-Töne aufzubauschen, bleibt er doch genau das: ein kleiner Konflikt, den die jungen Frauen innerhalb von Minuten klären können. Ohne Schreien, ohne Tränen, sondern halbwegs ruhig und fast schon konstruktiv.

Fast verspricht die Sendung, auch die restlichen Sendeminuten dahinschleichen zu lassen, als sie es dann doch schafft, innerhalb von Sekunden von sterbenslangweilig auf absolut widerlich umzuschalten.

Als lebendige Kunstwerke laufen die Models zum Ende der Folge über den Laufsteg, in Kleidern, die an berühmte Kunstwerke angelehnt sind. Elisa steckt dabei übrigens in einem Kopfschmuck, der sie wie eine knallrote Löwin aussehen lässt.

Kunstsammler sollen den Wert der Models schätzen

Und aus Gründen, die wohl nur das GNTM-Team kennt, tauchen links und rechts vom Laufsteg plötzlich Männer in schwarzen Rollkragenpullovern auf, die – und das ist kein Witz – wohlhabende Kunstsammler spielen sollen. Sie begutachten die Frauen während ihres Walks, als würden sie überlegen, ob die Models ihr Geld wert sind.

Sie erinnern uns unfreiwillig daran, was die Frauen in dieser Show wirklich sind: kommerzielle Objekte, die einen möglichst hohen Marktwert erzielen sollen.

Was von den Machern der Show im besten Fall ein lustiger Witz sein sollte, ist in der Realität einfach nur gruselig: Eine Horde dunkel gekleideter, glatzköpfiger Männer, die sich schweigend im Schatten rumdrücken und überlegen, welche Frau sie als Nächstes ersteigern sollen. Es ist ekelerregend, dem zuzuschauen.

Schafft Elisa den Sprung in die Top 10 von Germany‘s Next Topmodel?

Als der Spuk vorbei ist, kehrt die Show zu ihrer alten Belanglosigkeit zurück. Heidi Klum erzählt einem Model nach dem anderen, wie sie sich in ihrer Rolle als laufendes Kunstwerk geschlagen haben und was sie als Topmodel uuuunbedingt noch lernen müssen. Dann, fast schon in einem Nebensatz, wird Dortmunderin Elisa eine Runde weiter und damit in die Top 10 von Germany’s Next Topmodel geschickt.

Die strahlt aus ihrem Löwenkostüm, bevor zur nächsten Kandidatin geschnitten wird. Dass es für Elisa jedoch ein harter Kampf bleibt, verrät eine Vorschau auf die nächste Sendung. „Ich muss diesen Job unbedingt kriegen“, verrät Elisa darin. Hoffentlich geht es dabei nicht wieder um Joghurt.

Über die Autorin
Redakteurin
In Lippstadt aufgewachsen, zum Studieren nach Hessen ausgeflogen, seit 2018 zurück in der (erweiterten) Heimat bei den Ruhr Nachrichten.
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