Eltern bremsen Schul-TÜV aus

Käthe-Kollwitz-Gymnasium

DORTMUND Seit 2006 müssen auch die Schulen regelmäßig zum TÜV. Das heißt, der TÜV kommt zu ihnen – in Form einer standardisierten Qualitätsanalyse. Am Käthe-Kollwitz-Gymnasium regt sich Widerstand.

18.11.2009, 05:50 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die vom Ministerium angeordneten Qualitätsanalyse wertet die Schulpflegschaft als reine Augenwischerei: „Es ist offensichtlich nur ein weiterer Versuch, mit symbolischer Politik das Versagen bei der Lösung der wirklich drängenden Fragen zu vertuschen“, heißt es in einer Mitteilung. Geld und Aufwand könnten an anderer Stelle sehr viel sinnvoller eingesetzt werden, meint Sabine Wiederhöft. Beispielsweise, indem die Voraussetzungen für Änderungen wie Zentralabitur oder und Schulzeitverkürzung (G8) geschaffen würden.

„So etwas muss doch vor der Umsetzung geschehen“, ärgert sich die Mutter, die fehlenden Räume für Mittagspause und Ganztagsbetrieb am Kollwitz-Gymnasium vor Augen. Maßnahmen, die die NRW-Schulen nach dem Pisa-Schock im internationalen Vergleich besser aussehen lassen sollten, gingen nach hinten los, meinen die Elternvertreter. Es fehle den Schulen an Personal und Ausstattung. Denn leider habe die Landesregierung vergessen, die Maßnahmen mit der entsprechenden Finanzierung zu versehen. Mangelnde konzeptionelle Vorbereitung und handwerkliche Fehler bei der Umsetzung verstärkten das Problem, das die Pflegschaft mit „fordern ohne zu fördern“ umschreibt. 

Beim nächsten Besuch der Schulinspektion am Montag (23.11.) wollen die Eltern Zähne zeigen. Die Verweigerung soll aber auf keinen Fall der Schule schaden, auf die die Pflegschaft große Stücke hält. "Im Gegenteil, wir wollen sie unterstützen, indem wir auf die Missstände im System hinweisen.“

Lesen Sie jetzt