Eltern werden wohl bei Schul-Laptops und -Tablets ins Portemonnaie greifen müssen

mlzDigitalisierung an Dortmunder Schulen

Dortmunds 155 Schulen können auf neuere Computer, besseres Internet und digitale Lehrmethoden hoffen. Allerdings werden die Schüler zum Teil wohl eigene Laptops und Tablets nutzen müssen.

Dortmund

, 11.03.2019, 17:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf dem Weg ins digitale Zeitalter haben Dortmunds Schulen einiges aufzuholen. Ende 2018 besuchte nur ein Drittel aller Schüler eine Schule mit flächendeckendem WLan. Dabei hat sich im Laufe des vergangenen Jahres bereits etwas getan; denn Anfang 2018 hatten sogar nur 15 Prozent der Schüler Zugang zu einem drahtlosen Netzwerk in der Schule.

Mit dem Einsatz digitaler Medien soll die Unterrichtsqualität steigen. Im September 2017 hat der Rat der Stadt deshalb den Medienentwicklungsplan für die Schulen beschlossen. Neben besserer Ausstattung mit Infrastruktur sowie Hard- und Software regelt er die Schul- und Unterrichtsentwicklung, die Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte, die Vernetzung mit anderen Institutionen und die intensive Beratung der Schulen durch das Medienzentrum der Stadt Dortmund.

Breitbandanbindung und mobiles Arbeiten

Schwerpunkte der Planung sind unter anderem Breitbandanbindung und mobiles Arbeiten an allen Schulen, ihre Ausstattung mit insgesamt 19.000 PCs, Laptops und Tablets sowie mit moderner Präsentationstechnologie in jedem Klassen- und Fachraum bis zum Jahr 2022. Gedacht ist dabei an fest installierte Nahdistanzbeamer und interaktive Monitore.

Zum Ende des Jahres 2018 besuchte nicht einmal die Hälfte der Schüler eine Schule mit Breitbandanschluss mit mindestens 100 Mbit/s. Bis alle Schulen 2022 entsprechend ausgestattet sind, soll das Dortmunder Systemhaus als städtischer IT-Dienstleister für die Übergangszeit die höchste auf dem Markt verfügbare Leistung für die einzelnen Schulen beauftragen.

Ältere Grundschulgebäude brauchen erst Elektrosanierung

Aktuell sind mehr als 90 Prozent der Unterrichtsräume vernetzt. Bei den übrigen knapp zehn Prozent handelt es sich um 24 meist ältere Grundschulgebäude. Für sie ist in der Regel zunächst eine Sanierung der Elektroinstallation erforderlich, finanziert über das Programm „Gute Schule 2020“. Die Sanierung soll in diesem und im nächsten Jahr erfolgen.

Bei den Endgeräten ist laut Schulverwaltung zu beobachten, dass die Schulen sich zunehmend für mobile Endgeräte, meist Tablets entscheiden. Im Gegenzug wurden 2018 von den insgesamt 2679 ausgelieferten Endgeräten nur noch rund 439 (16 Prozent) als PC eingesetzt.

Rund 6,5 Millionen Euro pro Jahr hat der Rat 2017 mit seinem Beschluss zur Medienentwicklungsplanung für die Digitalisierung der Schulen zur Verfügung gestellt. Knapp die Hälfte kommt aus städtischen Haushaltsmitteln, der Rest aus dem Landesprogramm „Gute Schule 2020“.

Die zur Verfügung gestellte Summe reicht nicht

Doch das reicht nicht; denn aus heutiger Sicht stellt diese Summe nur einen Mindeststandard der Ausstattung sicher. Damit käme auf fünf Schüler nur ein Endgerät (PC, Notebook oder Tablet). Laut Stadt ist das nach Meinung von Experten noch vertretbar, aber vor dem Hintergrund der neuen digitalen Anforderungen an Schulen zu knapp. Auch bei der digitalen Präsentationstechnik in jedem Klassen- und Fachraum war die Stadt in der Kalkulation von nicht interaktiven Geräten ausgegangen. Viele Schulen wünschen sich aber interaktive Geräte.

Hilfe verspricht hier der Digitalpakt des Bundes für die Schulen. Der notwendigen Grundgesetzänderung muss nur noch der Bundesrat zustimmen. NRW wird voraussichtlich 1 Milliarde Euro erhalten, wenn im Frühjahr die entsprechenden gesetzlichen Beschlüsse erfolgt sind. Doch auch dann wird das Geld für die Finanzierung weiterer Endgeräte nicht reichen. Die Bundesregierung sieht eine Lösung darin, dass Schüler ihre privaten Tablets und Notebooks im Unterricht nutzen. Damit werden letztlich die Eltern für fehlende mobile Endgeräte in die Tasche greifen müssen.

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