Elternkritik an Wiederaufnahme des Unterrichts: „Form ist ein Witz“

mlzCorona-Lockerungen

Nur knapp vier Wochen liegen zwischen der vollständigen Wiederaufnahme des Schulunterrichts und den Sommerferien. Für viele Dortmunder Eltern ist das Vorgehen der Politik unverständlich.

Dortmund

, 04.06.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lange wurde darüber diskutiert, in welcher Form der Schulbetrieb trotz anhaltender Corona-Krise wieder aufgenommen werden kann. Mittlerweile erhalten alle Dortmunder Schüler tageweise wieder Präsenzunterricht in den Schulen.

Allerdings liegen die Wiederaufnahme des Unterrichts und der Beginn der Sommerferien bei einigen lediglich knapp vier Wochen auseinander. Für viele Eltern ist das eine sinnlose Vorgehensweise. Dies zeigen zumindest Reaktionen auf einen Online-Aufruf, zu der unsere Redaktion auf Facebook aufgerufen hatte.

Den Anfang machten die Abschlussklassen bereits Ende April. Freiwillig konnten die Schüler, die in diesem Jahr ihre Schullaufbahn beenden, wieder zum Unterricht in die Schulen kommen. Nach und nach wurde der Schulbetrieb anschließend ausgeweitet.

Nur wenig Präsenzunterricht

Seit dem 26. Mai werden nun auch die letzten Schüler nicht mehr nur per digitaler Video-Schalte, sondern auch direkt im Klassenraum unterrichtet. Das heißt: Für diese Schüler stehen bis zum Beginn der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen am 29. Juni nur knapp vier Wochen Unterricht auf dem Programm.

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Durch das rollierende System geht allerdings eine Vielzahl der Präsenzstunden verloren. Für Dortmunder Eltern ist das augenscheinlich keine sinnvolle Lösung. So schreibt eine Mutter bei Facebook: „Das ist ein Witz! Meine Kinder dürfen nur zwei- beziehungsweise dreimal in die Schule. Da hätte man das Homeschooling auch bis zu den Ferien weiterlaufen lassen können.“ Einzig der Umstand, dass die Kinder auf diese Weise ihre Freunde wieder treffen könnten, sei erfreulich.

Die Dortmunderin Stefanie Menne kritisiert das Vorgehen der Wiederaufnahme des Schulunterrichts. Grundsätzlich sei es zwar schön, dass ihre Tochter ihre Klassenkameraden wieder sehen könne. „Ob die Tatsache, dass sie aber lediglich alle zwei Wochen an zwei Tagen ein paar Stunden Unterricht erhält, allerdings einen schulischen Nutzen hat, halte ich für fraglich.“

„Unterrichtsausfall kann nicht aufgeholt werden“

Ein weiterer Punkt, der bei Dortmunder Eltern für Diskussionen sorgt, ist der fehlende Unterrichtsstoff. Der Grundtenor ist hierbei allerdings eindeutig: Den Unterrichtsausfall aufzuholen scheint unmöglich. Bleibt die Frage, wie am sinnvollsten mit der Situation umgehen?

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Den fehlenden Unterricht im Homeschooling aufzuholen ist für Jasmin Steiger keine Option: „Eltern sind keine Pädagogen, die diesen Ausfall in vollem Umfang abfangen können.“

Eine Möglichkeit wäre laut Soner Bliznakov vermehrter digitaler Unterricht, aber: „Es gibt eigentlich genug Möglichkeiten, allerdings wird das von den Schulen zu wenig gemacht. Deshalb ist es natürlich schwierig, den fehlenden Unterrichtsstoff aufzuholen.“

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