Lockdown

Emotionales Video: Dortmunder Friseurin erzählt von Corona-Verzweiflung

Eine Dortmunder Friseurin hat mit einem emotionalen Video zum Lockdown viele Menschen auf Facebook bewegt. Sie zeigt sich enttäuscht von ausbleibender Hilfe und hat einen Appell.
Die Dortmunder Frisöre und Frisörinnen dürfen bereits zum zweiten Mal in der Pandemie seit Wochen ihre Geschäfte nicht öffnen. Viele treibt das an die Grenzen des finanziell Möglichen. © dpa (Symbolbild)

Eine Dortmunder Friseurin hat in einem emotionalen Video auf Facebook ihrer Corona-Verzweiflung Luft gemacht. Über fünf Minuten lang erzählt sie schluchzend von ihrer finanziellen Situation und von der großen Enttäuschung gegenüber Stellen, die eigentlich helfen sollten.

Bianka Bergler, so stellt sie sich vor, erzählt, sie habe ein Unternehmen mit fünf Mitarbeitern in Dortmund, sei vom Lockdown betroffen und habe bisher noch keine Überbrückungsgelder bekommen. Sie blicke aktuell immer angstvoll auf ihre Konten. „Auf dem Geschäftskonto habe ich dann festgestellt, dass wir jetzt also mit 5000 Euro im Minus sind.“

Weder die Miete für das Geschäft, noch den Lohn für ihre Mitarbeiter könne sie zahlen. Auch ihre private Miete könne sie nun nicht mehr zahlen, nachdem die Rentenkasse 300 Euro abgebucht habe.

Wo ist der Staat?

Ihre Zündschnur zum Ablaufen gebracht (wie sie sagt) hat für die Friseurin dann anscheinend ein Anruf bei der Dortmunder Agentur für Arbeit. Sie habe Arbeitslosengeld II (Hartz IV) am 17.12. beantragt. Die Frau am anderen Ende der Leitung sei sehr unempathisch gewesen, habe auf den angeblich nicht korrekt ausgefüllten Antrag verwiesen. Es sei zum Streit gekommen.

„Wo ist der Staat, wenn man ihn braucht“, fragt Bianka Bergler in dem Video schließlich. „Es geht um essentielle Dinge wie Butter und Brot und Wasser.“ Zum Schluss appelliert sie: „Zeigt eure Gesichter, zeigt was ihr für Probleme habt in diesem Lockdown. Und bleibt gesund.“

Zuvor hatte Ruhr24 über das Video berichtet.

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