Emscherallee-Baustelle: Dortmunder nutzen diese illegale Abkürzung

mlzBaustelle Emscherallee

Stau so weit das Auge reicht: Die Emscherallee-Baustelle kostet Autofahrer Nerven. Einige haben sich deshalb eine Abkürzung gesucht. Anwohner wehren sich.

Huckarde

, 05.11.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Thomas Niehues ärgert sich. „Das zum Thema ‚nur Anlieger frei‘: ein Auto nach dem anderen“, postet er auf Facebook. Dazu ein Bild von dem Verkehrschaos auf der Straße, an der er mit seiner Freundin wohnt.

Zum Feierabend-Verkehr ist die Straße voller Autos. „Gegen 16 und 17 Uhr geht hier an vielen Tagen gar nichts mehr“, sagt Thomas Niehues. Dabei ist die Hünefeldstraße in Huckarde eine Anliegerstraße.

Doch die hat sich jetzt zur Abkürzung für viele gemausert, die auf der Emscherallee nicht weiterkommen. An der Baustelle staut sich der Verkehr – aber inzwischen auch oft auf der Hünefeldstraße.

Anwohner können nicht aus ihren Garagen fahren

Zwar sei die Verkehrslage auf der Anliegerstraße nicht jeden Tag problematisch. Doch je länger die Baustelle an der Emscherallee dauere, desto mehr Autofahrer entdecken die Hünefeldstraße und nutzen sie.

„An manchen Tagen kommen wir nicht einmal mehr aus unserer Garage“, erzählt Thomas Niehues. Und auch die übrigen Nachbarn haben Probleme, von ihren Garagen und Stellplätzen auf die Straße zu fahren.

Emscherallee-Baustelle: Dortmunder nutzen diese illegale Abkürzung

Anwohner Thomas Niehues ärgert sich über das Verkehrschaos auf der Hünefeldstraße – als dieses Foto entstand, war noch alles ruhig. © Carolin West

Besonders kritisch: Die Hünefeldstraße wird nicht nur aus Richtung Emscherallee/Hülshof von Nicht-Anliegern genutzt, sondern auch aus Richtung Buschstraße. Oft bewege sich deshalb in beide Richtungen kein Auto mehr vor oder zurück.

Die Hünefeldstraße ist verkehrsgünstig gelegen

Doch warum kommen so viele Autofahrer auf die Hünefeldstraße? Sie ist verkehrsgünstig gelegen. Genauer: Sie ist die kürzeste Möglichkeit, den Knotenpunkt Emscherallee/Lindberghstraße zu umfahren.

Wer am Lidl auf die Parsevalstraße abbiegt, kommt über Huckarder Allee, Mailoh und Köhlstraße auf die Hünefeldstraße – und dann über die Buschstraße wieder auf die Emscherallee.

Weil dieser Weg auch umgekehrt funktioniert und die Hünefeldstraße nicht besonders breit ist, weiten viele Autofahrer ihre Fahrspur auf den Bürgersteig aus. „Und dabei fahren sie, wenn es mal frei ist, nicht Tempo 30 wie vorgeschrieben.“

Die Abkürzung ist nicht unbedingt schneller

Ist die Straße allerdings voll, wie meist zum Feierabendverkehr, geht es über diese „Abkürzung“ auch nicht schneller. „Einige drehen dann, dann wird es hier noch chaotischer“, sagt Thomas Niehues.

Das größte Ärgernis für die Anwohner: Eigentlich könnten alle Nicht-Anlieger, die die Hünefeldstraße nutzen, belangt werden. „Eine Abkürzung ist kein berechtigtes Anliegen“, sagt Polizei-Pressesprecherin Dana Seketa. „Und wird entsprechend sanktioniert.“

Allerdings nur, wenn die Autofahrer erwischt werden. Die Polizei werde dort nun zum Feierabendverkehr kontrollieren, um die Situation vor Ort einschätzen zu können, so Seketa. „Wenn Anwohner, insbesondere bei Anliegerstraßen, ein so unrechtmäßig erhöhtes Verkehrsaufkommen bemerken, sollten sie sich unbedingt bei der Polizei melden“, sagt Dana Seketa.

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