Ende des Jahres gibt es im Dortmunder Süden zwei Gemeindehäuser weniger

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Die Evangelische Georgs-Kirchengemeinde schließt ihr Gemeindehaus in Sölderholz. Das Gebäude soll nach dem Auszug allerdings nicht leer bleiben. Es wird nicht die einzige Änderung sein.

Sölderholz

, 15.08.2019, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am 31. Dezember ist offiziell Schluss. Das wird der letzte Tag sein, an dem das Gemeindehaus an der Straße Am Mühlenwinkel Teil der Georgs-Gemeinde ist. Es bleibt aber nicht die einzige Veränderung für die Gemeindemitglieder.

? Warum wird das Gemeindehaus geschlossen? Die Schließung des Gemeindehauses liegt im Prinzip an der immer weiter abnehmenden Zahl der Gemeindemitglieder. 2016 hat es eine sogenannte Gebäudestrukturanalyse gegeben, erklärt Pfarrer Dietrich Biederbeck, der auch Vorsitzender des Presbyteriums ist. Dabei wurde der Bestand der Gemeinde hinsichtlich Raum und Personal untersucht.
Das Ergebnis: Die Georgs-Gemeinde hat zu viel Fläche. „Die meisten unserer Häuser sind zwischen den 50er- und 80er-Jahren gebaut worden“, sagt Biederbeck. In den 70er-Jahren, als die Mitgliederzahlen der Gemeinde auf dem Höhepunkt waren, wollte man nah an den Menschen sein. „Seitdem sind die Zahlen aber rückläufig“, sagt Biederbeck. So gab es in Sölde und Sölderholz Ende 1974 noch 6515 Gemeindemitglieder, Ende 2018 waren es nur noch 3347.
Es gibt mehr Beerdigungen als Taufen und weniger Konfirmandengruppen. Der Gebäudebestand ist heute aber derselbe wie noch vor 40 Jahren. 2016 ist daher der Beschluss gefallen, das Gemeindehaus in Sölderholz zu schließen.

? Was ist die andere Veränderung? Nicht nur in Sölderholz müssen sich die Gemeindemitglieder, Chöre und Gruppen umstellen, die sich in den Räumen am Mühlenwinkel treffen. Auch die „Arche“ an der Weiße-Ewald-Straße in Aplerbeck wird zum Ende des Jahres geschlossen. Ab dem 1. Januar 2020 werden die bisher getrennten Pfarrbezirke Sölde und Sölderholz zusammengelegt.

Ende des Jahres gibt es im Dortmunder Süden zwei Gemeindehäuser weniger

Zu den Gottesdiensten in Sölderholz kommen sonntags in der Regel rund 30 Gemeindemitglieder. © Michael Nickel

? Wie geht es mit den Gruppen und Vereinen weiter? Als Treffpunkte für das Vereins-, Gruppen- und Gemeindeleben bleiben noch die Gemeindehäuser an der Sölder Straße, an der Ruinenstraße und an der Aplerbecker-Mark-Straße. „Der größte Teil wird nach Sölde ziehen“, sagt Biederbeck über das Gemeindehaus am Mühlenwinkel.
Ein Teil der Gruppen in der „Arche“ sei schon an die Ruinenstraße gezogen. Es gebe auch einen Gemeindebus, den Gruppen in Anspruch nehmen können, um sich von Ehrenamtlichen zu anderen Gemeindehäusern fahren zu lassen.

Ende des Jahres gibt es im Dortmunder Süden zwei Gemeindehäuser weniger

Wo das Inventar hinkommt, ist noch nicht ganz klar. Normalerweise findet es in solchen Fällen eine Verwendung in anderen Gemeindehäusern. © Michael Nickel

? Wie werden die Gebäude in Zukunft genutzt? Abschließend geklärt sei das für keines der beiden Gebäude, sagt Biederbeck: „Klar ist, dass die Häuser zum 31. Dezember für den Gemeindebetrieb schließen. Wenn alles gut läuft, wird es für beide Häuser eine direkte Nachnutzung geben.“ Entsprechende Verhandlungen liefen bereits.
Als 2016 klar war, dass die Gemeinde die Häuser in drei Jahren nicht weiter betreiben werde, habe man versucht, andere Lösungen zu finden. „Wir wissen von anderen Gemeinden, dass es Fördervereine gibt, die solche Aufgaben übernehmen. Das hat sich hier nicht ergeben“, sagt Biederbeck.

? Wann wird der letzte Gottesdienst stattfinden? Bislang war das Gemeindehaus am Mühlenwinkel auch eine gewidmete Stätte für Gottesdienste. Das bedeutet, dass die Nutzung des Gemeindehauses für Gottesdienste beschlossen wurde. Die finden noch mindestens bis Weihnachten jeden Sonntag statt. Ab 2020 gibt es die regulären Gottesdienste nur noch in den drei Kirchen der Gemeinde.
Der Abschluss-Gottesdienst in Sölderholz wird vermutlich am 29. Dezember stattfinden. Zuvor wird die Stätte offiziell von der Landeskirche entwidmet, der dafür notwendige Antrag sei schon vor den Sommerferien eingereicht worden.
„Auch nach der Schließung der beiden Gemeindehäuser haben wir noch mehr Raum als der Durchschnitt in Westfalen“, sagt Biederbeck. „Zu Gottesdiensten muss in Zukunft niemand länger als drei Kilometer fahren oder laufen.“

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