Entscheidung im Rat: So soll es mit der Brücke über die B54 weitergehen

mlzBrücke am Rombergpark

Auf 12,1 Millionen Euro sind die Kosten für die geplante Brücke über die B54 zum Rombergpark gestiegen. Der Rat musste nun entscheiden, ob die Stadt trotzdem an den Plänen festhalten will.

Dortmund

, 04.07.2019, 15:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine große Mehrheit im Rat will an den Plänen für die Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die B54 festhalten. Die Verwaltung soll die Planung weiterführen und neue Fördermittel beim Land beantragen, beschloss der Rat am Donnerstag mit den Stimmen von SPD, CDU, Grünen, AfD und FDP/Bürgerliste.

In den Fachausschüssen des Rates war zuvor noch heftig über die Brückenbau-Pläne gestritten worden. Das Problem: Die Kosten für die Doppelbrücke, die das Phoenix-West-Gelände mit dem Botanischen Garten Rombergpark über die Nortkirchenstraße und die B54 hinweg verbinden soll, sind auf mehr als 12 Millionen Euro gestiegen.

Entscheidung im Rat: So soll es mit der Brücke über die B54 weitergehen

So soll die Doppelbrücke zwischen Phoenix-West und Rombergpark über die B 54 und die Nortkirchenstraße (vorn) aussehen. © Stadt Dortmund

Noch dazu stehen die vom Land bewilligten Fördermittel wegen der jahrelangen Verzögerung des Baus nicht mehr zur Verfügung. Sie müssen nun von der Stadt neu beantragt werden – in der Hoffnung, dass das Land bis zu 80 Prozent der Kosten übernimmt.

Sinn wird infrage gestellt

Umstritten ist die Brücke aber nicht nur wegen der hohen Kosten. Kritiker, wie der Steuerzahlerbund und Naturschutzverbände, zweifeln auch den Nutzen an, weil wenige Hundert Meter weiter nördlich bereits eine Brücke über die B54 existiert.

Die Verwaltung verwies dagegen auf die Verbindung zwischen den Grünzügen auf dem Phoenix-Areal und dem Botanischen Garten Rombergpark und die Anbindung an die Stadtbahn-Station Rombergpark. Sie sei für Firmen auf Phoenix-West, aber auch für den Pumpenhersteller Wilo wichtig, der an der Nortkirchenstraße gerade einen neuen Fabrik-Campus baut.

Das sieht auch die große Mehrheit in der Politik so. Mit einer Einschränkung: Man erwarte, dass es, wie erhofft, eine 80-prozentige Förderung des Landes gebe, sagte Uwe Wassman für die CDU-Fraktion und fand damit auch breite Zustimmung in den anderen Fraktionen.

Dass man dieses Projekt nicht ohne öffentliche Fördermittel stemmen könne, sei klar, erklärte auch Planungsdezernent Ludger Wilde. Jetzt schon Prozentzahlen zu nennen, sei aber reine Spekulation.

Anbindung an die Stadtbahn

SPD-Ratsfrau Carla Neumann-Lieven sieht die Fußgänger- und Radfahrerbrücke mit Anschluss an die Stadtbahn sogar als Beitrag zum Klimaschutz. „Es geht darum, die Pendler auf die Fahrräder oder in den öffentlichen Nahverkehr zu bekommen“, erklärte sie. Man sehe die Brücke als Verbesserung der Barrierefreiheit und Förderung des ÖPNV gerade mit Blick auf das Gewerbegebiet Phoenix-West, erklärte auch Grünen-Ratsherr Matthias Dudde.

Jetzt soll erst einmal weitergeplant und die Förderung beantragt werden. Vorausgesetzt, das Land gibt eine erneute Förderzusage, könnte der Rat dann voraussichtlich 2020 den endgültigen Baubeschluss fassen.

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