Erpressung: Angeklagter überrascht Richter

DORTMUND Im Prozess um eine Schutzgeld-Erpressung in einem Dortmunder Wettbüro hat der angeklagte Italiener (35) die Richter überrascht. Bislang hatte er immer bestritten, bei der Tat eine Pistole gezückt zu haben. Nun will er die Waffe plötzlich doch aus dem Hosenbund gezogen haben.

von Von Jörn Hartwich

, 20.03.2009, 13:29 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die neue Aussage hat offenbar auch seinen Verteidiger irritiert, der die ursprüngliche Version sogar zu Papier gebracht und den Dortmunder Richtern übergeben hatte. Danach soll der Italiener die Waffe nur mit in das Wettbüro genommen haben, weil er von den Inhabern – die er als gefährlich einstufte – Schulden eintreiben wollte. Die Pistole sei aber die ganze Zeit in seinem Hosenbund geblieben. Und von Schutzgeld-Erpressung könne schon gar keine Rede sein.

Die Zeugen, die am Freitagmorgen vor der 39. Strafkammer des Landgerichts aussagen mussten, hatten das allerdings anders in Erinnerung. Sie berichteten davon, dass der Angeklagte mit der Pistole gedroht und sie einem der Männer sogar direkt an die Schläfe gesetzt hat.

Die Forderung des Italieners soll sich auf 3000 Euro belaufen haben – zumindest das ist unstrittig. Die Richter müssen weitere Zeugen hören, der 35-Jährige bleibt weiter in seiner engen U-Haft-Zelle. Was für den Neapolitaner ziemlich ungewohnt sein müsste. Bevor er nach Deutschland kam hat er sein Leben nämlich auf dem Fußballplatz verbraucht – unter anderem in der 3. italienischen Liga.

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