Erster Stolperstein erinnert an Wilhelm Lünemann

03.09.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Eving Der erste Termin steht: Am Montag (10. 9.) gegen 13.30 Uhr verlegt der Künstler Gunter Demnig den ersten von voraussichtlich 14 Stolpersteinen in Eving.

Die Bürgerinitiative "Gesicht zeigen gegen Rechts" hat mehr als ein Jahr lang über die Opfer des Nationalsozialismus im Stadtbezirk recherchiert (wir berichteten mehrfach). Die Mitarbeiter konnten viele Einzelschicksale von Menschen aufklären, die ihren Wohnsitz in Eving, Lindenhorst, Brechten und Kemminghausen hatten. Auch aus diesem Bereich wurden Menschen jüdischen Glaubens, Menschen mit Behinderungen und politisch Andersdenkende sinnlos und brutal ermordet.

Der erste Stein, der am kommenden Montag verlegt wird, erinnert an Wilhelm Lünemann. Dieser war Mitglied der KPD und wohnte zuletzt an der Evinger Straße 34. Dort befand sich das Tabakwaren-Geschäft von Paul und Hulda Beck, ein Treffpunkt für viele Widerständler aus dem KPD-Umfeld. Hulda Beck war Jüdin, sie und ihr Mann überlebten die Schrecken der NS-Zeit.

Die Patenschaft für diesen ersten Stein übernimmt der ehemalige Bezirksvorsteher August Wagner. Er unterstützte die Bürgerinitiative auch mit seinem geschichtlichen Wissen über den Stadtbezirk und erleichterte die Recherche.

Die BI "Gesicht zeigen gegen Rechts" lädt alle interessierten Bürger zum Termin am Montag ein. Sie hofft, dass Anfang 2008 die nächsten Steine verlegt werden können. Darunter sind acht, die an jüdische Menschen erinnern, einer für ein Euthanasie-Opfer und drei für politisch Verfolgte.

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