Der deutsche Musiker Thees Uhlmann hat am Freitag (18.6.) die Juicy Beats Park Sessions im Westfalenpark eröffnet. Für manche Nachbarn des Westfalenparks war die Lautstärke nach länger Veranstaltungspause mindestens ungewohnt. © Schaper
Westfalenpark

Erstes Open-Air-Konzert nach langer Zeit – die Ersten meckern über Lärm

Nach gut einem Jahr gab es zuletzt wieder ein Open-Air-Konzert im Dortmunder Westfalenpark. Schon kurz danach melden sich die ersten Stimmen, denen die Lautstärke aus dem Park nicht passt.

Es waren emotionale Momente für rund 500 Anwesende und die Musiker um Thees Uhlmann auf der Bühne: Das erste Konzert der Juicy Beats Park Sessions im Westfalenpark hat eine lange livekulturlose Lockdown-Zeit beendet.

Doch mit den Konzerten kommen auch Menschen, die sich daran stören. Obwohl das Konzert am Freitag (18.6.) pünktlich um 22 Uhr endete und dies auch die Auflage für alle weiteren Termine bis Oktober ist.

Ehepaar möchte nicht, dass der Park zur „Freiluftarena“ wird

Das Ehepaar G. meldete sich nach dem Konzert von Thees Uhlmann in dieser Redaktion. Helga und Kurt G. möchten ihre richtigen Namen nicht aufgeschrieben sehen, weil sie Ärger befürchten.

Sie wohnen nach eigenen Angaben seit 1974 nahe dem Eingang „Kaiserhain“ in der südlichen Innenstadt. Nach einem ruhigen Jahr hätten sie an diesem tropisch-warmen Freitagabend mehr vom Konzert mitbekommen, als ihnen lieb gewesen sei.

„Die Freiluft-Konzerte beschallen einen großen Teil der südlichen Stadtmitte.“ Selbst bei pünktlichem Ende könne das nicht der „Normalzustand“ sein. „Eine Grünanlage darf nicht zur Freiluftarena werden“, sagt Frau G.

„Es gibt auch durchaus musikalische Veranstaltungen, die man nicht so hört“, sagt die Westfalenpark-Nachbarin und verweist etwa auf den Evangelischen Kirchentag 2019. Sie fragt: „Warum macht man laute Konzerte nicht lieber weit draußen, wo es niemanden stört?“

Klare Auflage: Alle Park Sessions enden um 22 Uhr

Für die Veranstalter der Park Sessions, die seit Jahren auch das ungleich größere Juicy-Beats-Festival im Park organisieren, gehört die Auseinandersetzung mit Anwohnerinnen und Anwohnern zur Routine.

Bei den Veranstaltungen jetzt und auch beim Hauptprogramm des Festivals gilt die ganz klare 22-Uhr-Grenze. „Dann müssen wir von Parkseite fertig sein. Das ist kein Problem und das gibt es an anderen Orten auch. Auch wenn es natürlich schön wäre, wenn Ausnahmen möglich wären“, sagt Festival-Sprecher Jan Kempinski.

Die Veranstalter selbst haben bisher keine Lärmbeschwerden erreicht. In den vergangenen Jahren hatten mehrere Lärmmessungen rund um Juicy Beats ergeben, dass Grenzwerte nicht überschritten werden.

Aus der Innenperspektive eines Besuchers war das Thees Uhlmann-Konzert alles andere als auffällig. Der Sound wirkte teilweise bewusst gedämpft. Die letzte Zugabe spielte die Band etwas gehetzt, „weil die uns hier sonst den Strom abstellen,“ wie Uhlmann auf der Bühne mitteilte.

Einlasssituation soll noch verbessert werden

Der Zeitdruck beim Auftaktkonzert 2021 hatte laut Jan Kempinski auch mit anfänglichen kleinen Problemen beim Einlass zu tun, der später begann als geplant. Die Veranstalter haben bereits angekündigt, die Einlasssituation noch einmal verbessern zu wollen.

Insgesamt sei man „sehr zufrieden“ mit dem Start in die Konzert- und Comedy-Reihe, die bis Anfang Oktober laufen wird und am 26. Juni (Samstag) mit einem DJ-Event weitergeht.

Lärmschutzdebatten gibt in Dortmund fast überall

Die Debatte um den Westfalenpark gibt es schon seit einigen Jahren, sie betraf auch schon andere Veranstaltungen wie Kino im Park. Lärmbelästigung durch Live-Musik war in Dortmund darüber hinaus auch schon an etlichen anderen Stellen Thema.

Den Umbau und die Eröffnung der Phoenixhalle auf Phoenix-West, heute Warsteiner Music Hall, begleitete ein mehrjähriges Gerichtsverfahren wegen Lärmschutzfragen.

Im Revierpark Wischlingen sorgte Krach in Kombination mit Parkplatzproblemen und Müll für hitzige Debatten. An deren Ende standen Zugeständnisse an die Nachbarn und eine Reduzierung der Zahl der Veranstaltungen.

Unter anderem, um solche Vorgänge zu moderieren und zu vermitteln, hat die Wirtschaftsförderung Anfang 2021 den Job eines „Nachtbeauftragten“ ausgeschrieben. Wer den Posten bekommt, ist noch nicht bekannt.

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth

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