Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

12.09.2007, 15:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Berghofen Wie viel ist der Mensch wert? Und welche Rolle spielt dabei der Glauben? Sarah Goeken erlebte ein Gespräch mit Ursula Hoffmann, Vorsitzende der Caritas-Konferenz Heilig-Geist, über Nächstenliebe, Wertewandel und die Kraft des Glaubens heute.

Guten Tag Frau Hoffmann. Am kommenden Caritas-Sonntag referieren Sie zum Thema Werteverschiebung. Das Thema ist vielschichtig. In welcher Weise gehen Sie es bei Ihrem Vortag an?

Hoffmann: Natürlich stehen in meinem Vortrag die christlichen Tugenden im Vordergrund. Aber auch auf Fragen der Bioethik und auf Wertverstöße wie Kindesmissbrauch werde ich eingehen.

Oft wird gerade der Jugend ein Werteverfall zugesprochen. Entspricht das Ihren persönlichen Erfahrungen?

Hoffmann: Jeder Mensch braucht Halt im Leben. Daher sehe ich das nicht so streng. Wenn sie sich in jungen Jahren erstmal die Hörner abgestoßen haben, finden die jungen Leute später meist selbst den richtigen Weg. Dann ist es wichtig, dass die Älteren ihnen Wertsetzungen vermitteln. Genau dafür setzte ich mich ja ein.

Und das ist Ihrer Meinung nach auch heute noch mit dem christlichen Glauben möglich?

Hoffmann: Der Glaube spielt in meinem Leben eine zentrale Rolle, aber auch das Leben anderer wird dadurch bestimmt, denn die christlichen Werte sind oft Grundsätze im Miteinander. Ganz ohne Werte geht es nicht, da ist es oft einfacher an Gott zu glauben, als allein durch das Leben zu gehen. Der Glaube gibt dir Kraft und Sicherheit. Er bietet dir Orientierungsmöglichkeiten im alltäglichen Leben.

Wie ist das für Sie im Praktischen umzusetzen?

Hoffmann: Ich denke vor allem auch die Zeichen im Kleinen zu setzen, kann viel bewegen. Gebete zum Beispiel sind wichtig. Wir müssen lernen nicht immer nur zu nehmen, sondern auch zu geben.

Erleben Sie dieses Denken heute noch häufig bei Menschen?

Hoffmann: Das ist verschieden. Ich komme oft mit Menschen ins Gespräch. Teils sind dies völlige Atheisten, da ist es schwer sachlich zu diskutieren. Doch oft stoßen sie ganz allein auf das Elend der Menschen - dann kommt wohl keiner daran vorbei zu denken 'Ich kann der nächste sein'. Andere Menschen stehen richtig für ihren Glauben ein. Sie wissen, dass es wichtig ist, für andere da zu sein. Widmete jeder Mensch täglich nur ein bisschen Zeit für andere, wäre damit schon viel getan.

Ursula Hoffmann referiert am Sonntag (16.9.) um 10 Uhr im Gemeindehaus auf dem Porten 4.

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