Es gibt schon vier „Nette Toiletten“ im kleinen Lanstrop

mlzProjekt aus Hörde

Wer mal dringend muss, steht in vielen Bereichen Dortmunds vor einem Problem. Das Projekt „Nette Toilette“ soll das ändern. Lanstrop ist dabei schon sehr weit.

Lanstrop

, 27.10.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Albina Klimmek, die für die SPD in der Bezirksvertretung Scharnhorst sitzt, engagiert sich für das Projekt „Nette Toilette“. Im kleinen Lanstrop hat sie bereits vier Gastronomie-Betriebe zum Mitmachen bewegen können: die Alte Post, die Gaststätte „Zur Schönen Aussicht“, Haus Mowwe und die Gastronomie in der Gartenanlage Auf der Lauke.

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Jeder Betrieb hat im Eingangsbereich einen kleinen Aufkleber, der auf die „Nette Toilette“ hinweist. Darauf ist auch zu sehen, ob ein Wickeltisch vorhanden oder die Anlage barrierefrei ist.

Aufwandsentschädigung von 119 Euro monatlich

Das Prinzip geht so: Gastronomie-Betriebe, Geschäfte oder auch andere öffentliche Einrichtungen erlauben Gästen, die nichts kaufen oder verzehren, kostenlos ihre Toilette zu benutzen. Dafür erhalten die Betriebe vom Stadtbezirksmarketing eine monatliche Aufwandsentschädigung von 119 Euro brutto.

Sie sollen die Kosten ausgleichen, die durch die häufigeren Säuberungen der WC-Anlagen anfallen. Mit diesem Prinzip, das bereits seit einigen Jahren in Hörde erfolgreich läuft - dort sind es sieben Betriebe, die mitmachen -, will die Stadt dem chronischen Mangel an öffentlichen Toiletten in den Stadtteilen entgegenwirken.

Türkan Yildiz hat das Innere der Gastronomie in der Lanstroper Gartenanlage Auf der Lauke renoviert - zum Beispiel mit einem neuen Anstrich

Türkan Yildiz hat das Innere der Gastronomie in der Lanstroper Gartenanlage Auf der Lauke renoviert - zum Beispiel mit einem neuen Anstrich. © Andreas Schröter

Und das Projekt funktioniert, wie die Betreiberin der Gastronomie in der Gartenanlage Auf der Lauke, Türkan Yildiz, erklärt. Besonders Wanderer oder auch Radfahrer nutzen ihre Toilette gerne. Die Pächter der Gartenparzellen dagegen haben meist ihre eigenen Toiletten - sie brauchen die „Nette Toilette“ in der Gastronomie nicht.

Albina Klimmek möchte demnächst noch auf weitere Institutionen zugehen, um sie zu fragen, ob sie nicht mitmachen möchten. Gemeindehäuser seien dafür ein Beispiel.

Türkan Yildiz ist seit Februar 2020 Betreiberin der Gartenanlagen-Gastronomie. Geöffnet hat sie jedoch wegen der Corona-Pandemie erst im Mai. Die Zeit dazwischen hat sie für Sanierungen wie einen neuen Anstrich genutzt.

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Von der Corona-Pandemie ist sie natürlich - wie alle anderen Gastronomen - auch weiterhin betroffen. Große Feiern, die im Saal wegen seiner Größe gut möglich wären, fallen derzeit ganz weg, und auch die übrigen Gaststätten-Besucher kommen aus Angst seltener.

Sie mache sich Sorgen um die Zukunft, gibt sie zu. Eine kleine Linderung verschafft ihr das Außer-Haus-Angebot. Kunden können Essen per Telefon vorbestellen und es zur vereinbarten Zeit abholen.

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