Vermüllte Straßen - die Schattenseite des Brackeler Oktoberfestes

mlzBrackeler Oktoberfest

Das Brackeler Oktoberfest ist zu einer festen Institution geworden. Für die Besucher bedeutet die Veranstaltung eine Menge Spaß. Bei Anwohnern ist sie jedoch gefürchtet.

Brackel

, 11.10.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 23 Jahren wird das Oktoberfest in Brackel veranstaltet. Auch am ersten Oktoberwochenende wurde diesmal wieder zünftig gefeiert. Bei einigen Anwohnern wirkt das Fest noch nach.

Imbissbuden und Fahrgeschäfte locken mittlerweile nicht nur ortsansässige Bürger an. Und genau diese Entwicklung wird kritisch gesehen.

Des einen Freud, des anderen Leid - während sich die Organisatoren um Ulrich Biegemeier von der AG Brackeler Vereine (ABV) über das vielschichtige Publikum freuen, graust es Anwohnern wie dem Ehepaar Weintz vor dem Fest.

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„In den Anfangsjahren waren wir selber noch auf dem Oktoberfest tätig. Zu diesem Zeitpunkt war es vor allem noch eine Veranstaltung für Brackeler Bürger. Man traf alte Bekannte und Freunde. Das ist jetzt nicht mehr so“, erklärt Adolf Weintz.

Mittlerweile würden die Menschen aus allen Teilen Dortmunds anreisen und jede Menge Müll hinterlassen. Auch Weintz‘ Nachbarin Evemarie Multhaupt beklagt deshalb die „zunehmende Rücksichtlosigkeit der Besucher“. Diese drücke sich darin aus, dass achtlos Müll in Einfahrten und auf die Gehwege geworfen werde.

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„Unzureichende Aufräumarbeiten“

Schon bei dem Gedanken an das Oktoberfest bekommt das Ehepaar Weintz Bauchschmerzen. Das große Problem sei die Müllentsorgung. „Wir möchten den Leuten nicht den Spaß verderben. Allerdings haben wir in der Vergangenheit festgestellt, dass die Umgebung auch Tage nach dem Oktoberfest noch stark verdreckt ist“, unterstreicht Monika Weintz.

Vermüllte Straßen - die Schattenseite des Brackeler Oktoberfestes

Kleine Schnapsflaschen und Müllreste sind am Donnerstag noch an vielen Ecken im Ortskern zu finden gewesen. © Marius Paul

Dabei habe man Verständnis dafür, dass in diesem Jahr der anhaltende Regen die Aufräumarbeiten erschwerte. Laut Adolf Weintz waren die Reinigungsmaßnahmen aber nach wie vor mangelhaft: „Erst am Donnerstag kam die Straßenreinigung. Bis dahin blieben die Straßen verschmutzt. Da der Bürgersteig aber nicht mit gesäubert wurde, mussten die Anwohner selbst aktiv werden und unter anderem viele Glasscherben wegfegen.“

Organisator sieht keinen zusätzlichen Handlungsbedarf

Die Kritik stößt beim Veranstalter auf Unverständnis. Man habe in den vergangenen Jahren noch keine Beschwerde erhalten. „Wir sorgen natürlich dafür, dass eine umfangreiche Müllentsorgung stattfindet. Zusätzlich wird das Areal bei Bedarf auch während des Wochenendes gereinigt“, verdeutlichte Biegemeier auf Anfrage. Einen Zusammenhang zwischen den zunehmend auswärtigen Gästen und den verdreckten Straßen könne er nicht erkennen.

Glasflaschen als Problematik

Uneinigkeit herrscht vor allem beim Thema Glasflaschen. Da diese auf dem Oktoberfest gar nicht erhältlich sind, könne man den Organisator dafür auch nicht verantwortlich machen, betont der Veranstalter.

Monika Weintz sieht dies anders: „Die Besucher bringen ihre eigenen Flaschen mit und lassen sie dann in der Gegend stehen. Insofern hat der Veranstalter für deren Beseitigung zu sorgen.“

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