Am Dortmunder U hatte es an den vergangenen Wochenenden in der Nacht Blaulicht-Einsätze gegeben. © Lukas Wittland
Nachtleben

Eskalation am U-Turm: „Dass es solche Partys gibt, war zu erwarten“

Am Dortmunder U wurde an den vergangenen Wochenenden gefeiert. Beides mal rückte die Polizei an. Für Volker May vom benachbarten FZW ist das alles nur logisch. Draußen zu öffnen sei dennoch keine Option.

Das Dortmunder U strahlt als Landmarke über den Dächern der Stadt. Im einem Pandemie-Sommer, in dem die Clubs und Diskotheken in Dortmund noch geschlossen haben, zieht es an den Wochenenden Menschen ans U.

„Wir sind nicht gerade davon angetan“, sagt Volker May, Geschäftsführer des an das Gelände angrenzenden Freizeitzentrums West (FZW). Dass Partys auf diese Weise stattfinden, habe auch damit zu tun, dass Clubs wie das FZW nicht öffnen dürfen, glaubt er.

Blaulicht-Einsätze an zwei Wochenenden infolge

An zwei Wochenenden hintereinander hatten die nächtlichen Versammlungen am U zu Blaulicht-Einsätze geführt. Am 17. Juli waren drei Männer auf einen Kran geklettert und mussten von Höhenrettern der Feuerwehr wieder nach unten begleitet werden. Nach Schätzungen der Polizei waren da insgesamt 250 Menschen vor Ort.

In der Nacht von Freitag auf den vergangenen Samstag (24. Juli) wurde die Polizei erneut zum U gerufen. Anwohner hatten sich wegen der Lautstärke beschwert. Etwa 500 Personen sollen vor Ort gewesen sein. Die Polizei räumte den Platz. In beiden Fällen sei es laut Polizei zu Widerstandshandlungen gekommen.

„Dass es solche Partys gibt, war zu erwarten“, sagt May, „und das wird auch weiter passieren. Die Leute wollen raus und feiern.“ Es sei nicht möglich, sie die ganze Zeit zu bevormunden. Er ist sich aber sicher: „Wenn wir Partys veranstalten dürften, würde das geordneter aussehen, weil wir ganz andere Auflagen haben. Unser Hygienekonzept ist nicht vergleichbar mit einer ,wilden Party‘.“

„Planungssicherheit haben wir schon lange nicht mehr“

Aber Öffnen sei für das FZW aktuell ohnehin kein Thema. In NRW gilt seit Montag wieder die Inzidenzstufe 1. Hätten die Dortmunder Discos und Clubs geöffnet, hätten sie ihre Innenräume wieder schließen müssen. „Planungssicherheit haben wir als Clubbetreiber schon lange nicht mehr“, sagt May. Dabei verfüge man über ein erhebliches Maß an Flexibilität. Das sei beim ständigen Hin und Her aber erschöpft. Er sei nun froh, dass sie nicht schon geöffnet hätten, als sie durften, sagt May.

„Ich bin aber auch froh, dass ich diese politischen Entscheidungen nicht treffen muss. Es ist schwierig, das richtige Maß zu finden.“ Er wünsche sich kein Vorgehen wie in England, „aber vielleicht wäre ein Mittelweg richtig.“ Nur den Außenbereich zu öffnen, sei aktuell auch keine Option für das FZW, sagt Geschäftsführer May.

Dort ist Wohnungslosen-Initiative „Gast-Haus statt Bank“ aktiv, um nahe am Standort an der rheinischen Straße Obdachlose zu versorgen. „Das machen wir natürlich gerne“, sagt May.

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Als gebürtiger Dortmunder bin ich großer Fan der ehrlich-direkten Ruhrpott-Mentalität. Nach meinem journalistischen Start in der Dortmunder Stadtredaktion, schreibe ich mich gerade als Volontär durch die Redaktionen in der Region.
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Lukas Wittland

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