Europa-Partei Volt will auch die Grenzen im Ruhrgebiet schleifen

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Bei der Europawahl 2019 ist die Partei Volt zum ersten Mal aufgefallen. Jetzt tritt sie mit einem Spitzen-Duo aus Dortmund zur Wahl des Ruhrparlaments an. Mit klaren Ansagen.

Dortmund

, 11.09.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die farbenfrohen Wahlplakate fallen ins Auge. „Fahrradfahren wie in Kopenhagen“, „Sozialer Wohnungsbau wie in Wien“ oder „Digitale Verwaltung wie in Estland“ steht darauf. Mit europäischen Vorbildern wirbt die Partei Volt in Dortmund um Stimmen.

Auf dem Stimmzettel für die Ratswahl sucht man die Partei, die sich als paneuropäische Bürgerbewegung versteht und seit 2019 erstmals im EU-Parlament vertreten ist, allerdings vergeblich. Volt tritt allein für die Wahl des Ruhrparlaments, also die Verbandsversammlung des Regionalverbands Ruhr (RVR), an.

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Die „Ruhr-Wahl“, die bei den meisten Parteien im Wahlkampf eher stiefmütterlich behandelt wird, steht bei Volt im Mittelpunkt. „Unsere Stadt heißt Ruhrgebiet“, heißt es selbstbewusst auf der Homepage der 2017 gegründeten Kleinstpartei. „Wir finden den Gedanken des Ruhrparlaments fesselnd“, sagen Daniel Staiger und Nancy Meyer als Spitzenkandidaten von Volt Ruhr.

Kreisverband frisch gegründet

Um zur Wahl des Ruhrparlaments antreten zu dürfen, musste Volt einige Hürden nehmen. Weil es noch keinen Landesverband gibt, wurde in kurzer Zeit ein Kreisverband Dortmund gegründet, um einen Listenwahlvorschlag für die Wahl des Ruhrparlaments einreichen zu können.

Nancy Meyer und Daniel Staiger wurden einstimmig als Vorstandsvorsitzende gewählt und treten auch als Spitzenkandidaten zur Ruhrwahl an.

Mehr Kompetenzen für RVR

Hier denken sie genauso grenzüberschreitend wie in Europa. „Wir wollen eine neue Aufgabenteilung zwischen RVR und Kommunen“, sagt Daniel Staiger. Der Reginonalverband soll deutlich mehr Kompetenzen bekommen. „Es sollte für das Ruhrgebiet auch nur ein Verkehrsunternehmen geben“, nennt Staiger eine Forderung von Volt.

Wohin die Richtung grundsätzlich geht, zeigen dabei die Slogans auf den Wahlplakaten. Es gebe jede Menge guter Beispiele in Europa für Veränderungen etwa im Verkehrs- und Umweltbereich, stellen Nancy Meyer und Daniel Staiger fest.

Volt-Kandidat empfindet sich als Ruhrgebiets-Bürger

Auch die Dortmunder Volt-Leute kommen dabei mit dem Blick von außen. Daniel Staiger etwa stammt ursprünglich aus Hamburg, lebt seit acht Jahren in Dortmund. „Das ist dann immerhin die Stadt, in der ich am längsten gelebt habe“, sagt der 35-Jährige, der als Vertriebsleiter für ein Messtechnik-Unternehmen arbeitet.

Aber er fühlt sich ohnehin eher als Ruhrgebiets-Bürger. „Den Spirit vom Pott kann man schon nachempfinden“, stellt er anerkennend fest. Mit einem mächtigeren Regionalverband könnte das Gefühl noch stärker werden.

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