Corona stoppt das Ertrinken nicht: Dortmunder Gemeinde rüttelt auf

mlzFlüchtlingsdrama im Mittelmeer

Still und leise ist das Thema Flüchtlinge aus den Medien verschwunden. Aber, im Mittelmeer ertrinken weiter hilflose Menschen – auch in Corona-Zeiten. Eine Gemeinde setzt jetzt ein Statement.

Berghofen

, 04.11.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Es sollte eine große Ausstellung werden. Dann kam der zweite Lockdown und eigentlich war das Thema damit zu den Akten gelegt. Die Hygienevorschriften lassen so etwas im Moment nicht zu.

Aber die Evangelische Gemeinde in Berghofen will das Elend der Flüchtlinge, die ihr Leben bei der Fahrt über das Mittelmeer aufs Spiel setzten, nicht in Vergessenheit geraten lassen.

Eine Stellwand zeigt die Aktionen in der Gemeinde.

Eine Stellwand zeigt die Aktionen in der Gemeinde. © Jörg Bauerfeld

Und so wird es in der Evangelischen Kreuzkirche am Fasanenweg eben keine offizielle Ausstellung geben, sondern es gibt sechs Aufsteller. Die sind an den Seiten des Kirchenschiffs platziert und zeigen das Drama, das sich auch in der Corona-Zeit vor der Haustür Europas abspielt.

Zusammengestellt ist die kleine „Ausstellung“ von Mitgliedern des Flüchtlingsstammtisches. Vor und nach Gottesdiensten oder zu den Öffnungszeiten der Kreuzkirche können sich die Besucher ein Bild von der in den Medien vergessenen Flüchtlingsproblematik machen.

Schautafeln sind thematisch aufgebaut

Dabei sind die Schautafeln thematisch aufgebaut. Es geht beispielsweise um allgemeine Menschenrechte, um das Recht auf Schutz oder auch um die Aktionen der Gemeinde, die auf das Flüchtlingsdrama hinweisen.

So ist auch die Rettungsweste zu sehen, die eine Zeitlang am Turm der Evangelischen Kirche hing und auf die Situation der Menschen auf dem Mittelmeer aufmerksam machte.

Zu Beginn der Friedensdekade, die jedes Jahr zehn Tage vor dem Buß- und Bettag stattfindet, wird es am Sonntag (8.11.) um 10 Uhr einen besonderen Gottesdienst geben. Von da an gibt es auch die „Ausstellung“ in der Kreuzkirche zu sehen.

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