Event-Branche kämpft: Mitarbeiter müssen auf dem Bau dazuverdienen

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Die Corona-Pandemie hat auch die Dortmunder Event-Branche hart getroffen. Der Veranstaltungstechniker Stefan Knieß erzählt von der aktuellen Lage seiner Firma und seinen Zukunftsängsten.

Dortmund

, 23.06.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Stefan Knieß ist seit 2014 geschäftsführender Gesellschafter der Firma „B+B Veranstaltungstechnik Dortmund“. Normalerweise kann sich die Firma vor Aufträgen nicht retten: von Firmenkonferenzen bis Großveranstaltung, von Fußballmuseum bis Dustmann Store sind sie überall dabei.

Durch Covid-19 hat sich das allerdings stark verändert. Sämtliche Aufträge wurden abgesagt. „90 Prozent unseres Ertrags fallen aktuell weg“, sagt er. „Wir sind kaum ausgelastet.“

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Zu Anfang der Corona-Krise mussten Stefan Knieß und sein Geschäftspartner die Mitarbeiter in 40-Prozent-Kurzarbeit schicken. „Die meisten unserer Mitarbeiter haben junge Familien. Mehr als 40 Prozent hätten wir ihnen nicht antun können.“ Gekündigt werden musste keiner.

Steht die Zukunft der Firma auf dem Spiel?

Knieß und sein Partner können die Einbußen bisher noch durch finanzielle Rücklagen auffangen. Dazu mussten sie ihre laufenden Kosten aber auf ein Minimum beschränken. Viele Mitarbeiter haben sich trotzdem einen Nebenjob suchen müssen. Sie arbeiten jetzt auch noch in der Gastronomie oder als Bauhelfer.

Wie die Zukunft für Stefan Knieß und seine Firma aussieht? Das steht derzeit noch in den Sternen.

Wie die Zukunft für Stefan Knieß und seine Firma aussieht? Das steht derzeit noch in den Sternen. © Sarah Rauch

Stefan Knieß und Co. füllen den Arbeitstag derzeit mit intensiver Geräteprüfung. „Zumindest das kommt jetzt nicht zu kurz“, scherzt Herr Knieß traurig. Denn eigentlich ist die Situation sehr ernst.

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„Vor einigen Wochen hatten wir wieder etwas Hoffnung, aber die hat sich jetzt auch wieder in Luft aufgelöst.“ Damit meint er die überholten Lockerungspläne von Mai, nach denen Großveranstaltungen nach dem 31. August wieder erlaubt sein sollten. Diese Frist wurde Ende Juni von Bund und Ländern auf den 31. Oktober verschoben.

Kleine Veranstalter bleiben zurückhaltend

Stefan Knieß‘ Firma lebt vor allem von kleinen Events. Mit unter 100 Besuchern sind Veranstaltungen sogar in geschlossenen Räumen wieder erlaubt. Das ändere aber nicht viel an der aktuellen Lage in der Event-Branche: „Die Veranstalter sind alle noch super vorsichtig und zurückhaltend. Da will keiner verantwortlich für einen neuen Corona-Herd sein“, so Knieß.

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Wie es weitergeht, weiß Stefan Knieß immer noch nicht. Bis Ende des Jahres würden die finanziellen Rücklagen voraussichtlich noch reichen. Danach wird es kritisch. „Wir mussten bisher keine finanziellen Hilfen anfordern. Da sind wir in der Branche noch besser dran als viele andere.“

Man wisse allerdings noch nicht, wie die Situation im nächsten Jahr aussehen wird. Nach Corona werde sich in der Branche wohl auch vieles verändern. „Ich bin mir sicher, dass es neue Auflagen geben wird. Wir alle sind jetzt und in Zukunft absolut sensibilisiert für dieses Thema.“

So werden Stefan Knieß und sein Partner in Zukunft weiter das machen, was sie jetzt auch tun: spontan reagieren und das Beste hoffen.

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