Eving - rund um die Zeche Minister Stein

Stadtteil-Serie / Folge 48

Der berühmteste Sohn von Eving ist sicher Kevin Großkreutz. Der BVB-Profi ist hier aufgewachsen, Teile seiner Familie wohnen noch immer im Stadtteil. Doch was macht Eving eigentlich besonders? Das erklären wir in Folge 48 unserer großen Stadtteil-Serie.

EVING

, 21.07.2015, 01:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Hammerkopfturm.

Der Hammerkopfturm.

Kurzbiografie 

Der Stadtteil Eving ist stark geprägt vom Bergbau. Allerdings ist er auch ein besonders anschauliches Beispiel für den Strukturwandel – denn auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Minister Stein befinden sich heute rund um den erhaltenen Hammerkopfturm viele Einkaufsmöglichkeiten und ein moderner Gewerbepark. Zwischen diesem und der „Grünen Lunge“ im Norden gibt es viele verschiedene Siedlungen, von denen einige – zumindest im Volksmund – recht eigentümliche Namen tragen. In dem 1914 eingemeindeten Stadtteil wohnten in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis zu 41000 Menschen. Heute sind es knapp 22.000 (Stand Dezember 2014).

Lage 

Eving liegt südlich von Brechten, östlich von Lindenhorst und westlich von Kirchderne. Südlich von Eving liegt der zum Stadtbezirk Innenstadt-Nord gehörende Fredenbaum.

Verkehr 

Mit dem Pkw gelangt man über die Evinger Straße (B54) oder die Derner Straße und Bornstraße in südlicher Richtung in die City. Wer lieber die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen möchte, kann die ebenfalls an diesen Straßen liegenden Stadtbahnlinien U41 bzw. U42 nehmen.

Ausgeh- und Einkaufsmöglichkeiten 

Die Evinger Straße hat – ähnlich wie die Bergstraße –  mit einer hohen Leerstandsquote zu kämpfen. Dennoch gibt es ein paar kleine Geschäfte vom Optiker über die Eisdiele bis hin zum Friseursalon – und dazu einen großen Elektronik-Fachmarkt sowie einen großen Supermarkt. Supermärkte gibt es auch an der Deutschen Straße, die von der Evinger Mitte aus in nordöstlicher Richtung verläuft, und an der Bayrischen Straße, an der sich zusätzlich weitere kleine Geschäfte und die eine oder andere Gaststätte befinden. Auch für Nachtschwärmer hat Eving mit der in der Evinger Mitte liegenden Diskothek Prisma etwas zu bieten. 

Wohnumfeld

Die Spuren des Bergbaus zeigen sich unter anderem in der Kolonie Kirdorf und der Alten Kolonie. In der Evinger Mitte ragt immer noch der alte Hammerkopfturm in den Himmel. In seinem Schatten liegt der noch relativ junge Gewerbepark. Kaum älter ist auch die mit Reihenhäusern gespickte Wohnsiedlung an den Teichen – deutlich älter sind hingegen sowohl die in den 1950er-Jahren errichtete Siedlung „Korea“, die ihren Namen dem gleichzeitig stattfindenden Krieg zu verdanken hat, als auch die Märchensiedlung mit Mehrfamilienhäusern im nördlichen Teil Evings.

Die ebenfalls mit Mehrfamilienhäusern gespickte Plattenbau-Siedlung im östlichen Teil wird auch „Klein Chicago“ genannt, an der Grenze zu Kemminghausen liegt hingegen „Jerusalem“.

Der Stadtteil hat jedoch weitaus mehr zu bieten als Wohnsiedlungen mit kreativen Namen. Mit dem Grävingholz und der Süggel verfügt Eving beispielsweise im nördlichen Teil über zwei riesige Naherholungsgebiete, im Süden liegt ein Teich mit viel Grün drum herum und westlich davon das Burgholz und der Nordfriedhof.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Das ist Eving

Ein Wohnort im Dortmunder Norden mit vielen Schulen und alten Zechenkolonien: Das ist Eving. Vieles erinnert hier an die ehemalige Bergbauvergangenheit. Wir waren vor Ort.
20.07.2015
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Früher war hier Bergbau, heute steht Gewerbe Evinger Platz.© Foto: Oliver Schaper
Den Evinger Platz umgeben mehrere Supermärkte.© Foto: Oliver Schaper
Der Schacht V war früher ein Wetterschacht, heute ist er ein Café.© Foto: Oliver Schaper
Der Fredenbaumpark ist ein beliebtes Naherholungsgebiet.© Archivfoto: Oliver Schaper
Von der Innenstadt braucht man nur fünf Minuten mit der Bahn, dann ist man am Fredenbaumpark.© Foto: Oliver Schaper
Die Kirdorfsiedlung ist eine alte Zechenkolonie.© Foto: Oliver Schaper
Die Kita in der Schlosserstraße bei ihrer Feier zum 25. Jubiläum.© Foto: Oliver Schaper
Ein gelber Teppich aus blühendem Raps an der Kemminghauser Straße.© Foto: Oliver Schaper
Das Waldstück Grävingholz bietet sich für Spaziergänge mit Pferd und Hund an.© Foto: Oliver Schaper
Jazzfrühschoppen im Evinger Schloss am Nollendorfplatz.© Foto: Oliver Schaper
Zentraler Punkt in Eving: Die Zeche Minister Stein mit dem Hammerkopfturm.© Foto: Oliver Schaper
Das Gebäude sieht nach der Sanierung modern aus, der Anbau wird als Raum für Büros genutzt.© Foto: Oliver Schaper
Dieses Kioskhäuschen steht in der Kirdorfsiedlung.© Foto: Oliver Schaper
Das Heisenberg-Gymnasium, eine große Schule in Eving.© Foto: Oliver Schaper
Der Schulgarten des Heisenberg-Gymnasiums.© Foto: Oliver Schaper
Im Evinger Schloss befindet sich heute das Archiv für populäre Musik.© Foto: Oliver Schaper
Um den Nollendorfplatz befindet sich eine alte Kolonie.© Foto: Oliver Schaper
Das Nachbarschaftsfest am Evinger Schloss ist gut besucht.© Foto: Oliver Schaper
Bei der Zeche Minister Stein liegt die Evinger Mitte. Im Hintergrund: die Verwaltungsstelle.© Foto: Oliver Schaper
Hier werden Feuerwehrmänner und -frauen ausgebildet.© Foto: Oliver Schaper
Die Kettler Grundschule, verborgen im Grün.© Foto: Oliver Schaper
In Eving gibt es viele Schulen: Hier die Max-Wittmann-Schule.© Foto: Oliver Schaper
Ein paar junge Evinger beim Osterfeuer.© Foto: Oliver Schaper
Das ist die Kirche St. Barbara.© Foto: Oliver Schaper
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Familientauglichkeit

In Eving gibt es vier Grundschulen und vier weiterführende Schulen sowie zwei Jugendfreizeitstätten und zehn Kitas mit insgesamt 704 Plätzen.

Leben im Alter

Knapp 16 Prozent aller Einwohner des Stadtteils sind älter als 67 Jahre. Für sie bietet Eving zwei Seniorenbegegnungsstätten und drei Altenheime mit insgesamt 250 Plätzen.

Stadtteilleben

Beliebte Veranstaltungen sind die Kohlenkirmes, das Oktoberfest, der Evinger Frühling und das große Stadtteilfest „Wir in Eving“.

Unser Tipp 

Die „Grüne Lunge“ im Norden mit Grävingholz und Süggel sollte man sich nicht entgehen lassen – hier gibt es unter anderem ein Damwildgehege, Sumpfgebiet und Biotope zu sehen. Wer schöne, alte Gebäude mag, sollte unbedingt einen Spaziergang durch die alten Zechensiedlungen unternehmen.

Die Stadtteil-Serie mit Sonderseiten über jeden Stadtteil läuft ab sofort in den Ruhr Nachrichten. In der eZeitung haben Sie als Abonnent Zugriff auf alle Dortmunder Stadtteile.

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