Evinger Seniorenbeirat wünscht sich mehr Mitspracherecht

mlzInterview mit Helmut Adden und Hans-Jürgen Unterkötter

Seit vier Jahren fungieren Hans-Jürgen Unterkötter und Helmut Adden als Seniorenbeiratsmitglieder für den Stadtbezirk Eving. Sie sprechen über Lösungen für die Evinger Mitte und Einsamkeit.

Eving

, 19.03.2019, 11:33 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die beiden Evinger Seniorenbeiratsmitglieder Helmut Adden (74) und Hans-Jürgen Unterkötter (75) sind seit ziemlich genau vier Jahren im Amt. Anlass, einmal mit ihnen über ihre bisherigen Erfahrungen und Zukunftspläne zu sprechen.

Hallo Herr Adden, hallo Herr Unterkötter, auf was, das Sie bisher erreicht haben, sind Sie stolz?

Adden: Ach, das Wort „stolz“ gefällt mir nicht so richtig. Aber wir haben zum Beispiel dafür gesorgt, dass ein elektrischer Türöffner am Eingang des Seniorenbüros unterhalb der Bezirksverwaltungsstelle installiert worden ist. Das mag sich nach einer Kleinigkeit anhören. Für manche Besucher der Einrichtung ist es das aber nicht. Außerdem haben wir für die Sitzelemente im Rahmen der „Besitzbaren Stadt“ gesorgt. Da müssen wir allerdings jetzt mal den Sommer abwarten, wie sie angenommen werden.

Da gab es in einigen Leserbriefen in unserer Zeitung auch etwas Kritik...

Adden: Ja, das habe ich gelesen. Da beklagte sich ein Radfahrer, dass man leicht dagegenstoßen könne. Aber da man ja ohnehin nicht auf dem Bürgersteig Fahrrad fahren darf, ist das eigentlich kein Thema. Wir haben übrigens versucht, mit den Leserbriefschreibern zu sprechen, aber keinen Kontakt zu ihnen bekommen.
Unterkötter: Wir haben die Sitze übrigens drei Jahre lang bei „Wir in Eving“ testen lassen, um die richtige Höhe und den richtigen Neigungswinkel zu finden. Wir haben das ja nach dem Vorbild der Stadt Griesheim gemacht. Da funktioniert das auch gut. Die Sitze sollen ja auch nur dazu dienen, sich mal kurz auszuruhen. Man soll da ja nicht länger verweilen.

Was gefällt Ihnen nicht?

Unterkötter: Die Zusammenarbeit mit der Bezirksvertretung. Und das verstehen wir nicht, denn schließlich sind wir außer dem Oberbürgermeister die Einzigen, die wirklich direkt vom Bürger gewählt worden sind.
Adden: In neun von zwölf Bezirksvertretungen sitzen die Seniorenbeiratsmitglieder mit am Tisch und haben Rederecht. Nur in Brackel, Eving und Scharnhorst ist das anders. Wir werden nicht gut behandelt.
Unterkötter: Beispiele dafür sind zum Beispiel: ein Zebrastreifen vor dem Hallenbad an der Württemberger Straße, den wir gefordert haben. Davon hören wir einfach nichts mehr. Gleiches gilt für unsere Forderung, Tempo 30 auf der Preußischen Straße bis zur Lüdinghauser Straße einzurichten.

Sie haben in der Februar-Sitzung mehr Parkplätze für die Evinger Mitte gefordert...

Adden: Ja, und das ist einfach nur kommentarlos zur Kenntnis genommen worden. Schade war, dass ich krank war und auch Hans-Jürgen verhindert war. Deswegen konnten wir dazu keine Stellung nehmen. Das Thema Parkplätze in der Evinger Mitte wird aber immer dringlicher. Der Neubau der Polizei hat das Problem weiter verschärft. Wir sind ja sogar für gesonderte Seniorenparkplätze und würden damit eine Art Vorreiterrolle für ganz Dortmund haben.
Unterkötter: Wir sind auch dafür, den Grünen Platz zum Parken freizugeben. Oder den Evinger Platz – zumindest wenn Markt ist und solange, bis andere Möglichkeiten gefunden worden sind. Denn auch im Gewerbegebiet hinter dem Hammerkopfturm ist das Parken eine Katastrophe.
Adden: Auch im Umfeld des alten Marktplatzes wird es ein Parkproblem geben, wenn der Platz für Autos nicht mehr zur Verfügung steht. Es stimmt nämlich nicht, dass im Umfeld genug Parkplätze vorhanden sind. Die Kneipe dort kann dann zumachen. Und auch Edeka Reinemann wird dann sicher anfangen, seinen Parkplatz zu bewirtschaften.
Unterkötter: Als wir beiden noch in der Bezirksvertretung aktiv waren, haben wir schon gefordert, den Marktplatz zu fördern. Dazu ist es leider nie gekommen. Da steckt jede Menge Beton im Boden. Es ist gar nicht so einfach, den Platz umzugestalten. Auch muss man aufpassen, dass sich dort nicht wieder die Trinkerszene ansiedelt, wenn der Platz schön gemacht ist.

Sie bieten ja regelmäßig Seniorensprechstunden an. Was wollen die Menschen, die zu Ihnen kommen?

Unterkötter: Oft sind das ganz persönliche Probleme zu den Themen Pflegeversicherung oder zum Erbrecht. Dabei können wir nicht helfen. Aber wir können die Menschen an die richtigen Stellen verweisen: oft ans Seniorenbüro Eving zum Beispiel.
Adden: Viele beklagen sich über die Fahrweise der Busfahrer. Sie ist zu ruckartig und deswegen gefährlich für Senioren. Wir haben darüber auch schon mit DSW21 gesprochen. Auch die fehlenden öffentlichen Toiletten sind immer ein Thema.

Mir kommt es so vor, dass das Thema Einsamkeit im Alter auch immer dringlicher wird.

Unterkötter: Ja, das stimmt, deswegen versuchen wir von der Awo ja auch, das Programm in den Begegnungsstätten von professionellen Programmgestaltern machen zu lassen, um es interessanter zu machen. Ehrenamtliche stoßen da auch mal an Grenzen.

Und vom Seniorenbeirat können Sie da nichts tun?

Adden: Wir haben ja keinen Etat. Wir können nur immer auf die Dinge hinweisen.
Unterkötter: Im Stadtbezirk Eving fehlt es auch an Begegnungsstätten. Wir haben nur zwei. Das ist aber für 36.000 Einwohner und einer derart großen Fläche zu wenig. Man muss dem demografischen Wandel Rechnung tragen. Es muss mehr Angebote für Ältere geben.
Adden: Das Thema Einsamkeit spiegelt sich übrigens auch in unseren Sprechstunden wieder: Manche kommen nur, um ein bisschen zu reden, habe ich manchmal das Gefühl.

Wenn ich Sie hier so sitzen sehe, merkt man gar nichts mehr davon, dass Sie früher in der Bezirksvertretung nicht immer die allerbesten Freunde waren...

Adden: Als wir beiden zusammen gewählt wurden, war uns klar, dass wir zusammenarbeiten müssen. Im stadtweiten Seniorenbeirat sitzen wir auch zusammen und würden nie gegeneinander sprechen.
Unterkötter: Da gibt es nur den gemeinsamen Weg.

Treten Sie bei der nächsten Seniorenbeiratswahl 2020 wieder an?

Adden: Wenn es die Gesundheit erlaubt, dann ja.
Unterkötter: Ich weiß es noch nicht.

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