Die Polizei leistete mit einer Hundertschaft Unterstützung bei der Evakuierung in der Dortmunder Nordstadt. © Peter Wulle
Meinung

Ewig lange Evakuierung: Das Krisenmanagement hat versagt

In kurzer Zeit müssen tausende Anwohner informiert werden, wenn ein Wohnquartier evakuiert werden muss. Dass das am Montag so lange gedauert hat, sind die Organisatoren schuld, meint unser Autor.

Kommunikation ist das A und O im Ernstfall. Das ist wohl eine der wichtigsten Erkenntnisse aus der jüngsten Flutkatastrophe. Auch wenn die Entschärfung von Bombenblindgängern wie am Montagabend in der Nordstadt keine echte Katastrophe, sondern in Dortmund inzwischen schon geübte Routine ist: Auch hier kommt es darauf an, bei Evakuierungen möglichst viele Menschen in möglichst kurzer Zeit zu erreichen. Und dazu sollte man alle Kommunikationsmöglichkeiten nutzen. Hier haben die Verantwortlichen schlicht keine gute Arbeit abgeliefert.

Schon bei früheren Evakuierungen hat sich die Frage gestellt, warum die betroffenen Anwohner nicht per Lautsprecher-Durchsagen informiert werden. Auch wenn das die nötigen letzten Kontrollgänge nicht erspart: Es wäre ein gutes Mittel, Betroffene rechtzeitig vorzuwarnen, um sich auf eine Evakuierung vorzubereiten.

Denn nicht jeder verfolgt regelmäßig die Berichterstattung im Radio oder in Online-Medien. Viele, vor allem ältere Menschen werden kalt erwischt, wenn die Ordnungsamts-Mitarbeiter an der Tür klingeln. Wertvolle Zeit geht verloren.

Dass es anders geht, zeigt der Einsatz der Feuerwehr bei Impfaktionen in den vergangenen Wochen, bei denen mit Lautsprecher-Durchsagen zur Teilnahme aufgerufen wird. Es ist ein einfaches und effektives Kommunikationsmittel, das bei künftigen Evakuierungsaktionen zum Standard gehören sollte. Also: Holt den „Lauti“ aus der Garage.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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