Experte zum Neonazi-Problem in Dortmund

Interview mit Ralf-Erik Posselt

DORTMUND Ralf-Erik Posselt von der Gewaltakademie in Schwerte kennt sich mit den Strukturen der Neonazis in Dortmund aus. Er arbeitet mit Polizei und Staatsschutz zusammen, berät Behörden und Ämter.

09.10.2009, 09:59 Uhr / Lesedauer: 1 min
Experte Ralf-Erik Posselt.

Experte Ralf-Erik Posselt.

Die wirkliche Gefahr sind die freien Kameradschaften – eine kritische Masse, um ein Vielfaches höher als die politische Aktivität. Da werden Jugendliche, die ihren Rückhalt in der Familie, in Schule und Ausbildung verloren haben, mit Kameradschaft, Treue und Geborgenheit geködert. Allerdings werden dann auch Gewaltbereitschaft und Rassismus vermittelt.

250 „harte“ Leute, die Gewalt und Rassismus als belebend für sich finden und auch nach Orten suchen, wo sie das ausleben können. Das ist dann natürlich nicht immer Dortmund.

Vorweg: Der zivilgesellschaftliche Widerstand in Dortmund hat sich stabilisiert. Auch die Polizei ist gut aufgestellt. Bestes Beispiel war das breite, bunte Auftreten am 5. September. Gemeinsam muss man aktiv werden, in Vereinen, mit Freunden, in der Kirche. Wenn der Neonazi etwas nicht mag, dann ist es, einer Gruppe gegenüberzustehen. Der sucht sich lieber ein wehrloses Opfer aus.

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