Experten: Erdgasbohrungen ohne Umweltgefährdung

Fachgespräch

Mehrere Experten sind zuversichtlich, dass Erdgasbohrungen im Ruhrgebiet und im Münsterland ohne Umweltgefährdung erfolgen können. Bei einem Fachgespräch am Mittwochabend in Dortmund wurde über die umstrittene Erdgassuche und vor allem über das so genannte "Fracking" diskutiert.

DORTMUND

von dpa

, 24.03.2011, 08:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Was viele Bürger sorgt, war am Mittwochabend Thema eines Experten-Gesprächs in Dortmund: die geplanten Erdgasbohrungen in NRW.

Was viele Bürger sorgt, war am Mittwochabend Thema eines Experten-Gesprächs in Dortmund: die geplanten Erdgasbohrungen in NRW.

Bei dem Verfahren werden Wasser und Zusatzstoffe mit hohem Druck in die gasführenden Schichten gepresst, um Risse im gasführenden Gestein zu erzeugen. Durch die Risse kann dann das Gas abfließen. Umweltschützer befürchten, dass bei dem Verfahren verwendete chemische Zusätze das Grundwasser verseuchen könnten.

Vertreter aus Politik und Verwaltung Auf Einladung der Bezirksregierung Arnsberg ging es in dem Fachgespräch unter anderem über Bohrtechnik, Grundwasserschutz und die Giftigkeit der eingesetzten Chemikalien. Mehrere Dutzend Vertreter aus Politik und Verwaltung der betroffenen Regionen, von Bürgerinitiativen sowie von dem Ölkonzern ExxonMobil verfolgten das Gespräch. Der Arnsberger Regierungspräsident ist in ganz Nordrhein-Westfalen für Bergbau und Energie zuständig.

Mehrere Fachleute äußerten sich zuversichtlich, dass eventuelle Bohrungen ohne eine Umweltgefährdung vorgenommen werden können. Der von Bürgerinitiativen benannte Energieexperte Werner Zittel kritisierte dagegen einen möglichen großen Flächenverbrauch und die Gefahr, dass Chemikalien das Grundwasser verunreinigen könnten.

Anträge auf Probebohrungen ExxonMobil will Kohleflözgas-Vorkommen im Münsterland untersuchen und hat einen Antrag gestellt, im münsterländischen Nordwalde (Kreis Steinfurt) eine Probebohrung vornehmen zu dürfen. Zwei weitere Anträge für Probebohrungen in Borkenwirthe (Kreis Borken) und Drensteinfurt (Kreis Warendorf) sind bereits angekündigt.

Volker Wrede vom Geologischen Dienst NRW nannte es „sinnvoll, nach heimischen Potenzialen zu suchen“. Allerdings stelle sich die Frage, ob das wirtschaflich und technisch machbar sei. Reinhard Jung, Dozent für Stimulationstechnik an der TU Clausthal, nannte Fracking eine „effektive Methode“. Das Verfahren habe sich in zahlreichen Bohrungen in Erdöl- und Erdgasfeldern bewährt. Strahlenschutzexperte Rainer Barthel wies darauf hin, dass durch die Bohrungen Stoffe mit natürlicher Radioaktivität freigesetzt werden können.

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