Experten fordern Neuplanung für B1 / A40 in Dortmund

Ein "Hilferuf"

Das "Unheil" ist bereits sichtbar: Die A40 / B1 im Korsett von Lärmschutzwänden im Westen Dortmunds ist das Negativ-Beispiel für die Entwicklung der zentralen Verkehrsachse durch Dortmund. Weil Ähnliches auch im Osten der Stadt droht, fordert ein Experten-Trio jetzt einen kompletten Neustart für die B1-Planung in Dortmund.

DORTMUND

, 29.04.2016, 02:53 Uhr / Lesedauer: 1 min

Es ist hochkarätiger Sachverstand, der sich da zusammengetan hat: Otto Schließler ist Bauingenieur und war lange Jahre Leiter des Stadtbahnbauamtes, Bert Leerkamp ist früherer Mitarbeiter des städtischen Planungsamtes und nun Professor für Verkehrsplanung an der Uni Wuppertal, und Richard Schmalöer ist Vorsitzender der Kreisgruppe des Bundes Deutscher Architekten. Gemeinsam haben sie jetzt eine Art „Hilferuf“ veröffentlicht – in Form einer zwölfseitigen Broschüre.

Das Trio fordert damit einen Neuanfang und Dialog über die Gestaltung der B1/A40. Anlass dazu ist der zu erwartende Planfeststellungsbeschluss für den Ausbau der B1 im Osten der Stadt. Auch dort drohen meterhohe Lärmschutzwände. Die drei Experten sprechen von „einem Zerstörungswerk für den östlichen Stadteingang“. „Es wird nur in Beton gedacht“, beklagt Schließler. Mit seinen Mitstreitern kann er nur hoffen, dass es noch zu einer Schadensbegrenzung kommt.

Planungsmittel sichern

Als Sackgasse sieht das Trio die aktuelle Diskussion um den B1-Tunnel, der von der Prioritätenliste des Bundes verschwunden ist – zumal eine einfache Neuauflage der 2009 vor Gericht gescheiterten Tunnelplanung nicht in Frage kommt. Für Schließler, Leerkamp und Schmalöer kann es daraus nur eine Konsequenz geben: „Die ganze B1-Planung für Dortmund gehört neu auf den Tisch.“

„Wir brauchen wieder Planungsfreiheit“, sagt Leerkamp. Nötig sei ein offener Dialog , um einen Ausgleich der verschiedenen Interessen zu erreichen. Und dabei müsse auch die Baukultur eine Rolle spielen. Wichtig sei, den nötigen neuen Planungsprozess nun im Bundesverkehrswege-Plan abzusichern. Nach dem bisherigen Entwurf des Bundes stehen für eine Neuauflage der Tunnelplanung bis 2030 nicht einmal Planungsmittel zur Verfügung.

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