Explosionsartige Bilder von Marika Bergmann sind in einer Kreuzviertel-Galerie zu sehen

Kunst im Kreuzviertel

Marika Bergmann hat viele Berufe: Fotografin, Autorin, Grafikerin. Seit einiger Zeit ist sie als Künstlerin erfolgreich. Im Kreuzviertel zeigt sie Bilder, die wie ein Feuerwerk aussehen.

Kreuzviertel

, 25.03.2019, 11:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Marika Bergmann bei der Arbeit: Die 54-jährige hat an der FH Dortmund Design studiert. Ihre Werke haben Namen wie „Irrlichterbilder“, „Fensterbilder“ und „Treppenbilder“.

Marika Bergmann bei der Arbeit: Die 54-jährige hat an der FH Dortmund Design studiert. Ihre Werke haben Namen wie „Irrlichterbilder“, „Fensterbilder“ und „Treppenbilder“. © U. Froehlich

Die Tür zur Produzenten-Galerie 42 an der Arneckestraße 42 steht sperrangelweit offen. Schon von der Straße aus kann man einen ersten Blick in den hellen Raum erhaschen: Da sind Leinwände mit vielen weißen und grünen Strichen, direkt gegenüber von der Tür. Expressionistisch, würden Experten wohl sagen. Links daneben hängt ein Bild, auf dem echtes Fell klebt. Alle Bilder in dem Raum sind schlicht und auffällig zugleich. Nie reicht nur ein Blick, um das Gezeigte zu verstehen.

Werke sollen den Betrachter zum Nachdenken bringen

Mittendrin wuselt Marika Bergmann, räumt die letzten herumliegenden Sachen weg oder rückt einen Tisch gerade. Sie ist die Künstlerin, die diese Bilder gemalt hat. Und sie ist die Künstlerin, die im Mittelpunkt der Vernissage stand. Im „Spotlight“ sozusagen, so wie auch die Veranstaltungsreihe in der kleinen Galerie im Kreuzviertel heißt. „Ich möchte die Menschen mit meinen Werken ansprechen und sie zum Nachdenken und Fühlen bringen“, sagt die 54-Jährige. Deswegen habe sie für die Ausstellung extra „explosionsartige“ Bilder ausgewählt, die wie ein Feuerwerk aussehen. Man müsse ja schließlich auf sich aufmerksam machen, sagt die Künstlerin pragmatisch.

Die Künstlerin Marika Bergmann hat ihre Werke schon in vielen Ausstellungen gezeigt, unter anderem in der Rathausgalerie und im Torhaus Rombergpark.

Die Künstlerin Marika Bergmann hat ihre Werke schon in vielen Ausstellungen gezeigt, unter anderem in der Rathausgalerie und im Torhaus Rombergpark. © Paulina Würminghausen

Eigentlich hätte Marika Bergmann das aber gar nicht nötig. Denn in der Dortmunder Kunstszene ist sie nicht unbekannt: Sie hat bereits in der Rathausgalerie und im Torhaus Rombergpark ausgestellt, um nur die großen Namen zu nennen. Nicht schlecht dafür, dass sie erst 2010 mit dem Malen angefangen hat - denn für eine Künstlerin dürften neun Jahre keine wirklich lange Zeit sein.

„Anfangs habe ich mich auch nicht getraut, mich selbst ‚Künstlerin’ zu nennen“, sagt sie. Erst mit der Zeit habe sie gemerkt, dass ihre Werke andere Menschen begeistern. Vor knapp einem Jahr hat sie mit 20 weiteren Künstlern die Produzenten-Galerie gegründet. Alle zwei Wochen wechselt die Ausstellung, zwischendurch können Interessierte hier auch Workshops belegen. Die Motivation hinter dem Konzept: „Wir wollen Dortmund die Türen in der Kunstszene öffnen“, sagt die Miteigentümerin. Vielleicht entwickele sich ja sogar ein internationaler Standort für Kunst.

In der Ausstellung, die bis zum 31. März zu sehen ist, hat sie Werke aus vielen verschiedenen „Themenreihen“ ausgewählt, die sie in den vergangenen Jahren gemalt hat. „Körperlandschaften“, „Absatzkunst“, „Brückenbilder“ oder „Landschaftsbilder“ heißen die Werke. Sie interessiere sich für Menschen und ihre Umgebung - mit Umgebung meint sie aber nicht nur Natur. Marika Bergmann schlägt eine schwarze Mappe auf, in der sie kleine Abbildungen ihrer Werke geheftet hat. Auf einer ganzen Seite sind Bilder von Treppen zu sehen. Sie blättert um. Da kleben Fotocollagen der Dortmunder U-Bahnen mit den roten Sitzpolstern und den verkratzten Fenstern, jedes Detail genaustens abgebildet. Auf einem gemalten Bild wäre wahrscheinlich viel Authentizität verloren gegangen.

Schöpferisches Spektrum: von Poetry Slam bis Street Art

Marika Bergmann darf sich also nicht nur Künstlerin nennen, sondern auch Fotografin. Überhaupt macht die 54-jährige alles, was nur ansatzweise mit Kreativität zu tun hat. Auf ihrer Website steht in fettgedruckten Lettern: „Die Künstlerin“, „die Designerin“ und „die Autorin“. Darunter ist aufgelistet, was sie alles macht. Von Poetry Slams bis hin zu Street Art ist alles dabei. Momentan konzentriert sie sich aber auf die Kunst. „Das ist meine Berufung“, sagt sie.

Jedes der Bilder in der Galerie an der Arneckestraße können Interessierte kaufen, die Preise liegen im drei- bis vierstelligen Bereich. Denn der Aufwand für jedes Werk ist nicht gering: Bevor sie ein Bild umsetzt, plane sie jedes kleinste Detail. Aber neben dem Zeitaufwand sei ein anderer Aspekt viel wichtiger: „Ich finde es schön, wenn meine Bilder in anderen Wohnzimmern hängen.“

Die Galerie an der Arneckestraße 42 ist wie folgt geöffnet: donnerstags bis samstags von 16 bis 19 Uhr, sonntags von 15 bis 18 Uhr

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