Lange Schlangen mit Wartenden bildeten sich am Mittwochvormittag und am Mittag vor dem Impfzentrum auf Phoenix-West. © Oliver Volmerich
Impf-Ärger in Dortmund

Extrem lange Warteschlange am Impfzentrum auf Phoenix-West

Lange Schlangen und Wartezeiten am Dortmunder Impfzentrum auf Phoenix-West bildeten sich am Mittwoch. Mehr als 100 Meter lang standen die Wartenden hintereinander. Dafür gibt es einen Grund.

Eine Neuorganisation beim Einlass ins Impfzentrum in der Warsteiner Music Hall hatte Oliver Nestler als Geschäftsführer des städtischen Krisenstabs am Dienstag angekündigt. Hintergrund ist, dass es im Eingangsbereich der Warsteiner Music Hall nur wenig Platz gibt, um den Check-In für das Impfzentrum abzuwickeln. Bisweilen bildeten sich Warteschlangen, die weit auf den Phoenix-Platz reichten. Deshalb sollten der Empfang ebenso wie der Check-Out-Bereich in Zelte vor der Halle verlagert werden.

Wer in Impfzentrum will, muss anfangs durch dieses Zelt. Diese Neuorganisation am Impfzentrum Phoenix-West lief am Mittwoch noch nicht reibungslos. © Oliver Volmerich © Oliver Volmerich

Über Nacht hatte die Dortmunder Feuerwehr ein großes Zelt vor dem Eingang aufgebaut, in dem nun der Check-In stattfindet. Doch der Effekt war am Mittwoch eher negativ: Es bildete sich zeitweise eine mehr als 100 Meter lange Warteschlange, die quer über den Phoenix-Platz und entlang des benachbarten Bürogebäudes Phoenix-Werk reichte. Teilweise mussten die Wartenden bei Schauerwetter im Regen ausharren. Genau das, was man eigentlich vermeiden wollte.

Es hätte im Zuge der Erweiterungsmaßnahmen noch Umbaumaßnahmen im Innenbereich gegeben. Und auch die organisatorischen Abläufe mussten angepasst werden – teilweise während des laufenden Betriebs, erklärte Stadtsprecherin Anke Widow auf Nachfrage die Verzögerung beim Einlass. Immerhin: Der gesamte „ Impf-Durchlauf“ habe kaum länger gedauert, „da es so gut wie keine Wartezeiten an den einzelnen Stationen im Impfzentrum gab“, ergänzte Anke Widow.

Schnelle Besserung versprochen

Die Verantwortlichen vor Ort geloben auch schnelle Besserung. Man wolle in der nächsten Nacht im Zelt noch einmal den Check-In-Bereich überarbeiten, um so mehr Platz für die Wartenden zu schaffen, hieß es vor Ort.

Das wird auch nötig sein. Denn für diesen Donnerstag (6.5.) ist am Impfzentrum wieder mit großem Andrang zu rechnen. Neben den laufenden Impfungen mit den Impfstoffen von Biontech und Moderna werden an diesem Tag in einer Sonderaktion kurzfristig 650 Dosen mit dem Impfstoff von Astrazeneca an über 60-Jährige verimpft.

Zweites Zelt mit Wartebereich

Außerdem wird in der Nacht zu Donnerstag vor dem Impfzentrum ein zweites Zelt aufgebaut. Hier soll neben den Check-Out-Schaltern, an denen man sich abmelden muss, auch der Wartebereich nach der Impfung unterkommen. Frisch Geimpfte bleiben hier nach dem Pieks 15 Minuten unter Beobachtung, um mögliche Impfreaktionen abzuwarten.

Noch gibt es keine konkreten Pläne, die Kapazitäten im Impfzentrum zu erweitern. In zehn sogenannten Impfstraßen können aktuell 2400 bis 2500 Impfungen pro Tag vorgenommen werden. Eine Ausweitung sei möglich, hänge aber vor allem von der Menge des Impfstoffs ab, erklärt Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner. „Wenn wir noch mehr Impfstoff kriegen sollten, könnte man noch größere Gruppen impfen.“

Erweiterung ist möglich

Neben einer baulichen Erweiterung im Innern der Halle gebe es auch die Möglichkeit, die Öffnungszeiten des Impfzentrums auszuweiten, erklärte Birgit Zoerner. Es hat aktuell von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Dazu werde man sich mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KVWL) und den Apothekern als Partner beim Betrieb des Impfzentrums abstimmen.

Anpassungen werden wohl spätestens nötig sein, wenn im Juni die Impfpriorisierung aufgehoben wird. Dann dürften der Andrang und die Nachfrage nach Terminen noch einmal deutlich steigen. Das Land hat dazu auch deutlich mehr Impfstoff versprochen.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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