Auch Teile von Dorstfeld (links) und das westliche Union-Viertel sollen von der Entwicklung des früheren HSP-Geländes (Bildmitte) profitieren. © Hans Blossey

Fachhochschule will auf HSP-Gelände umziehen: Jetzt entscheidet das Land

Die Fachhochschule Dortmund soll einen neuen Campus im Westen der Innenstadt bekommen. Voraussetzung ist eine Entscheidung des Landes. Die Stadt nimmt auch die Nachbarschaft in den Blick.

Große Pläne schmieden die Fachhochschule (FH) Dortmund, die Stadt und andere Akteure gemeinsam mit der Essener Thelen-Gruppe als Eigentümerin des früheren HSP-Geländes im Westen der Dortmunder Innenstadt: Auf dem alten Industrieareal soll unter dem Titel „Smart Rhino“ ein neues Stadtquartier mit einem Campus für die FH entstehen, der die bisher auf drei Standorte verteilten Fachbereiche der Hochschule vereint.

Die wichtigste Voraussetzung: Das Land als Träger der Fachhochschule muss den Neubau- und Umzugsplänen zustimmen. Seit Juni 2020 laufen dazu intensive Gespräche. Und eine Entscheidung steht wohl bald bevor. „Wir erwarten im Sommer eine Entscheidung des Landeskabinetts“, erklärte Oberbürgermeister Thomas Westphal auf Anfrage. Und er zeigt sich optimistisch, dass das Land grünes Licht für den Umzug gibt: „Die Signale sind absolut positiv“, sagte Westphal.

Die Kosten für den FH-Umzug werden in einer Machbarkeitsstudie auf 614 Millionen Euro beziffert. Dem gegenüber stehen aber auch Einnahmen durch die Vermarktung oder Umnutzung bisheriger FH-Flächen im Kreuzviertel und auf dem Campus Nord.

Gespräche mit Ministerien

In Düsseldorf sind gleich mehrere Ministerien mit dem Vorhaben befasst, das auch ein Projekt der von Ministerpräsident Armin Laschet initiierten Ruhr-Konferenz ist. Das reicht vom Heimatministerium, das für Wohnen und Städtebau zuständig ist, über das Wissenschaftsministerium bis zum Finanzministerium, das für die Liegenschaften des Landes und damit auch für die Gebäude der FH zuständig ist.

Es fänden immer noch Gespräche mit den verschiedenen Ministerien statt, bestätigte eine Sprecherin der FH. Dazu liefere man Material in Form von Dokumenten und Berechnungen für die Entscheidungsfindung. Dabei habe man auch schon den Flächenmehrbedarf nachgewiesen.

Auf eine Entscheidung aus Düsseldorf wird sehnlichst gewartet, weil es für die Umgestaltung des HSP-Areals unter dem Titel „Smart Rhino“ einen ehrgeizigen Zeitplan gibt. Denn das Städtebau-Projekt soll auch Teil der Internationalen Garten-Ausstellung (IGA) im Jahr 2027 sein. Zumindest ein Teil der neuen Gebäude soll bis dahin schon stehen.

Die Stadt wirft den Blick aber auch über das HSP-Gelände hinaus. Sie will für die benachbarten Stadtquartiere westlich der Dorstfelder Brücke und für das Dorstfelder Unterdorf ein sogenanntes Integriertes Stadterneuerungskonzept entwickeln. Ziel ist, dass auch diese Gebiete von der positiven Ausstrahlung des Smart-Rhino-Projekts profitieren.

Nachbarschaft soll profitieren

In einem ersten Schritt sollen dazu Stärken, Schwächen und Chancen untersucht und Strategien für eine Weiterentwicklung formuliert werden. Zu den Fragen, wohin sich die Quartiere entwickeln sollen und welche Projekte und Maßnahmen es dafür braucht, soll es einen intensiven Dialog mit Bewohnern, Eigentümern und Initiativen vor Ort geben, kündigt Planungsdezernent Ludger Wilde an.

Ein Teil der Nachbarschaft könnte auch formell zum Sanierungsgebiet erklärt werden, was der Stadt weitreichendere Eingriffsmöglichkeiten wie etwa ein Vorkaufsrecht für Grundstücke gibt, um die städtebauliche Entwicklung in dem Gebiet steuern zu können. Aber auch dazu müssen mit einer Untersuchung erst die Voraussetzungen geschaffen werden.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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