Ein Fahrrad-Parkhaus für die City gibt es bislang nur am Hauptbahnhof. © Dieter Menne (A)
Stadtplanung

Fahrrad-Parkhaus für die City: Verwaltung will komplett umsteuern

Wo soll ein zweites Fahrrad-Parkhaus in der Dortmunder City entstehen? Über diese Frage wird schon seit Jahren gestritten. Jetzt macht die Stadtverwaltung einen überraschenden Vorschlag.

Wo kann man sein Fahrrad in der City sicher abstellen? Diese Frage beschäftigt viele Radpendler – nicht zuletzt, seit mit der Verbreitung teurer E-Bikes das Sicherheitsbedürfnis deutlich gestiegen ist. Die Verwaltung wollte deshalb ein zweites Fahrrad-Parkhaus in der City bauen, das das bislang einzige Angebot am Hauptbahnhof ergänzen soll.

Auch ein Standortvorschlag wurde schon diskutiert: Das Fahrrad-Parkhaus sollte in unmittelbarer Nähe des Rathauses im Stadtgarten entstehen. Doch erst gab es Zeitverzögerungen, weil der Gestaltungsbeirat bei der Architektur ein Wort mitreden wollte und die ausgeguckte Rasenfläche für den Rathaus-Umbau benötigt wird. Dann wurde der Standort generell in Zweifel gezogen.

Die CDU im Rat warf Ende 2019 die Frage auf, ob es auch unter Klimaaspekten nicht sinnvoller sei, die vorgesehene Wiese am Rathaus „als wichtiges Stadtgrün“ in der City zu erhalten, statt sie für ein „Radhaus“ zu versiegeln. Die Verwaltung solle nach einem alternativen zentralen Standort für das Fahrrad-Parkhaus Ausschau halten. So lautete am Ende auch der Arbeitsauftrag des Umweltausschusses an die Verwaltung.

Die hat inzwischen neu nachgedacht – und macht nun einen ganz neuen Vorschlag. Statt eines zentralen Fahrrad-Parkhauses soll es nun mehrere kleinere Fahrrad-Häuser in der City geben.

Ursprünglich sollte das Fahrrad-Parkhaus auf der Wiese neben dem Rathaus - hier noch vor Umbaubeginn - enstehen.
Ursprünglich sollte das Fahrrad-Parkhaus auf der Wiese neben dem Rathaus – hier noch vor Umbaubeginn – enstehen. © Oliver Volmerich (A) © Oliver Volmerich (A)

„Da die Lage des Standortes im Stadtgarten für den Radverkehr nicht optimal war und mehrere dezentrale Anlagen eher dem Nutzungsverhalten der Radfahrenden entsprichen, sollen nun mehrere überdachte und teilweise geschlossene Fahrrad-Abstellanlagen mit 10 bis 50 Stellplätzen geplant werden“, heißt es auf Anfrage unserer Redaktion.

Dadurch könne auch besser auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Radfahrinnen und Radfahrer etwa mit Blick auf Kurz- und Langzeitparker eingegangen werden. „Und in der Summe können mehr Abstellplätze geschaffen werden“, sind die Verkehrsplaner überzeugt.

Mehrere Standortvorschläge

Unter dieser Maßgabe hat die Verwaltung mehrere Standorte vor allem in der südlichen City unter die Lupe genommen. Man habe dabei mehrere Standorte ermittelt, „die sich für Radabstellanlagen in verschiedenen Größenordnungen eignen“ – immer mit Blick auf bestimmte Nutzergruppen und ihre Ziele in der City.

In der südlichen City sollen gleich mehrere Fahrrad-Häuser entstehen.
In der südlichen City sollen gleich mehrere Fahrrad-Häuser entstehen. © Hans Blossey © Hans Blossey

„Für jeden Standort wurde überlegt, welche Zielgruppe diesen Standort nutzen würde“, heißt es zur Erläuterung. „Aus diesen Überlegungen heraus wurde dann die Art der Anlage gewählt.“ So seien für Langzeitparker geschlossene Anlagen sinnvoll.

Der Politik will die Verwaltung jetzt mehre Standortvorschläge vorlegen. Vorgesehen sind je eine Abstellanlage an der Olpe mit etwa 50 Stellplätzen, am Platz von Hiroshima zwischen Hansaplatz und Propsteikirche mit etwa 10 Stellplätzen, am Friedensplatz mit 20 Stellplätzen und zwei Anlagen mit je 40 Stellplätzen an der Hansastraße.

Leitfaden zur Gestaltung geplant

Auch die nächsten Schritte auf dem Weg dorthin sind schon abgesteckt. Im Rahmen des Förderprojekts „Emissionsfreie Innenstadt“ sollen mithilfe eines externen Büros ein Gestaltungsleitfaden entwickelt und die Standorte differenzierter ausgearbeitet werden.

440 sichere Stellplätze bietet das 2016 eröffnete Fahrrad-Parkhaus am Hauptbahnhof.
440 sichere Stellplätze bietet das 2016 eröffnete Fahrrad-Parkhaus am Hauptbahnhof. © Dieter Menne (A) © Dieter Menne (A)

„Ziel der Ausschreibung ist es, ein Fahrradhausmodell mit bestimmten Modulen für die Dortmunder Innenstadt zu entwickeln und die Grundlagenermittlung, Vorplanung und Entwurfsplanung der fünf Standorte abzuschließen“, heißt es.

Gebaut werden sollen die Fahrradhäuser dann mit Mitteln aus anderen Förderprogrammen. Denn das von Land und EU mitfinanzierte Programm „Emissionsfreie Innenstadt“ läuft 2022 aus.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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