Falsche Daten - großer Ansturm auf Finanzämter

Elektronische Lohnsteuerkarte

Die elektronische Lohnsteuerkarte kommt zum 1. Januar 2012 – und macht schon Probleme. Weil sich bei der Umstellung Fehler eingeschlichen haben, müssen viele Bürger Änderungen melden. Bei manchen Finanzämtern gibt es lange Warteschlangen vorm Bürgerbüro und Warteschleifen am Telefon.

DORTMUND

von Von Michael Schnitzler

, 28.10.2011, 07:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Unter anderem beim Finanzamt Dortmund-West stehen die Bürger Schlange, weil es mit der elektronischen Lohnsteuerkarte Probleme gibt.

Unter anderem beim Finanzamt Dortmund-West stehen die Bürger Schlange, weil es mit der elektronischen Lohnsteuerkarte Probleme gibt.

Für die Umstellung wurden die Daten der alten Papp-Lohnsteuerkarte jedes Arbeitnehmers von den Meldeämtern der Kommunen an die Finanzämter übertragen. Weil die Kommunen andere Computersysteme als die Finanzämter nutzen, kam es zu Fehlern bei der Übertragung. „Uns war klar, dass es da eine gewisse Fehlerquote gibt“, sagt Daniel Moritz, Sprecher beim Finanzministerium NRW. Etwa ein Prozent der 40 Millionen elektronischen Steuerkarten in Deutschland müsste noch um Fehler bereinigt werden, so Moritz.

Die Finanzämter schicken den Bürgern nun Info-Schreiben mit ihren Steuerdaten zu. Jeder soll dann prüfen, ob seine „Elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale“ (ELStAM) richtig sind. Steuerklasse, Kinderzahl, Kirchenzugehörigkeit – diese Angaben können etwa falsch sein. Wer Fehler findet, meldet sie dem Finanzamt: Per Brief, Fax oder E-Mail – andernfalls telefonisch oder vor Ort.

Letztere beiden Varianten bereiten u.a. den Finanzämtern Hörde und West derzeit große Probleme. Die Mitteilungen werden schubweise jeweils zum Wochenende versandt – montags darauf stehen die Dortmunder bei den Finanzämtern Schlange und die Telefone nicht mehr still. „Diesen Montag war‘s ganz schlimm“, sagte eine Sprecherin des Finanzamts Hörde. Sie verspricht: „Die Kollegen arbeiten so schnell sie können.“ Das machen wohl auch die Mitarbeiter des Finanzamts West: Bis zu fünf Mitarbeiter sind hier für die Hotline, unter der Bürger Änderungen durchgeben können, abgestellt.Auch der Andrang vor Ort ist laut Sachgebietsleiter Klaus-Dieter Pusch „enorm“: „Zum Wochenende schicken wir wieder 80 000 Briefe an Bürger im Postleitzahlen-Bereich 44 raus – am Montag, der ja auch noch Brückentag ist, erwarten wir daher wieder großen Andrang.“

Auch Pusch empfiehlt, die Änderungen schriftlich, per Fax oder E-Mail durchzugeben – so müssten die Bürger nicht warten und der Ansturm halte sich in Grenzen. Zur Beruhigung: Rechtzeitig bearbeitet bis Anfang 2012 würden ohnehin alle Änderungen, so Pusch.

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