Feiern wie 1652: Ritterspiele, Brauchtum und historisches Bier beim Margarethenfest

mlzMargarethenfest Barop

Nur wenige moderne Stadtteilfeste können auf eine so lange Geschichte zurückblicken wie das Margarethenfest. Erneut bescherte es jetzt den Baropern einige schöne Stunden.

von Marc Dominic Wernicke

Barop

, 08.07.2019, 16:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Freitagabend (5. Juli) feierten die Baroper zum 14. Mal ihr Margarethenfest neben der gleichnamigen Kapelle. Bereits vor der Eröffnung mit Fassanstich durch den Hombrucher Bezirksbürgermeister Hans Semmler hatten sich rund 100 Gäste eingefunden. Einer von ihnen verfolgte das Geschehen mit besonderer Neugier: Xiao Jianing aus Chengdu im Südwesten Chinas wohnt in Dortmund und studiert Musik in Witten.

Feiern wie 1652: Ritterspiele, Brauchtum und historisches Bier beim Margarethenfest

Xiao Jianing studiert Musik in Witten. Beim Margarethenfest wollte der 21-Jährige aus Chengdu Eindrücke von der deutschen Bierkultur gewinnen. © Marc D. Wernicke

„Ich möchte sehen, wie das Leben hier so ist und mehr von der deutschen Bierkultur kennenlernen“, sagt der 21-Jährige. „In China haben wir auch Bier, aber in Deutschland gibt es viel mehr Sorten“. Speziell für das Fest wird in jedem Jahr das sogenannte Margarethenbier nach historischem Rezept ausgeschenkt, das in der Baroper Tradition ebenso tief verwurzelt ist, wie die Veranstaltung selbst.

Historisches Stadtteilfest

Die Geschichte des Fests, das in seiner modernen Form von der Gastronomie „Storckshof“ und der evangelischen Kirchengemeinde ausgerichtet wird, reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück. „Im Juli 1652 bestellte der Pastor Riese Schinken und Butter für einen und Bier für sieben Reichsthaler aus Dortmund“, weiß Pfarrer Ralf Wieschhoff, „Dieses Margarethenbier wurde zum Synonym für ein fröhliches Fest, das oft auch aus den Geldern des Kirchenvermögens mitfinanziert wurde.“

Damals fand es in der örtlichen Küsterei statt, an deren Stelle heute die Ostenberg-Grundschule steht. „Wiederbelebt wurde das Fest von Karl-Josef Jacob, der bis vor zwei Jahren den Storckshof geleitet hat. Heute kann er aufgrund einer Familienfeier nicht dabei sein, aber es würde ihm hier bestimmt wieder sehr gefallen“, so Wieschhoff.

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Margarethenfest in Barop

Ritterspiele, Westmärker Brauchtum und ein besonderes Bier - Beim 14. Margarethenfest am Freitag machten sich die Baroper einen schönen Abend mit viel Tradition.
06.07.2019
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Am Freitagabend feierten die Baroper zum 14. Mal das Margarethenfest an der gleichnamigen Kapelle. Angenehmes Wetter, Ritterspiele und ein besonderes Bier sorgten dabei für einige schöne Stunden.© Marc D. Wernicke
Am Freitagabend feierten die Baroper zum 14. Mal das Margarethenfest an der gleichnamigen Kapelle. Angenehmes Wetter, Ritterspiele und ein besonderes Bier sorgten dabei für einige schöne Stunden.© Marc D. Wernicke
Am Freitagabend feierten die Baroper zum 14. Mal das Margarethenfest an der gleichnamigen Kapelle. Angenehmes Wetter, Ritterspiele und ein besonderes Bier sorgten dabei für einige schöne Stunden.© Marc D. Wernicke
Für das beliebte Fest wird das traditionelle Margarethenbiet nach historischem Rezept aus dem 16. Jahrhundert ausgeschenkt.© Marc D. Wernicke
Xiao Jianing kommt aus China und studiert Musik in Witten. Beim Margarethenfest wollte er die Baroper Nachbarschaft und die deutsche Bierkultur kennenlernen.© Marc D. Wernicke
Die Margarethenkapelle in Barop wurde im 13. Jahrhundert errichtet. Schon vor rund 500 Jahren haben hier Feste stattgefunden.© Marc D. Wernicke
Die Margarethenkapelle in Barop wurde im 13. Jahrhundert errichtet. Schon vor rund 500 Jahren haben hier Feste stattgefunden.© Marc D. Wernicke
Die Margarethenkapelle in Barop wurde im 13. Jahrhundert errichtet. Schon vor rund 500 Jahren haben hier Feste stattgefunden.© Marc D. Wernicke
Zum ersten Mal beim Fest dabei war der Verein der "Hombrucher Sprach- und Heimatfreunde" mit Ralf Konecki und Andreas Heldt, die plattdeutsche Lieder und Sketche darboten.© Marc D. Wernicke
Die "Freie Ritterschaft zu Dortmund und Herne" präsentierte im Abendverlauf ein Mittelalterspektakel in der Gastronomie "Storckshof".© Marc D. Wernicke

Brauchtum und Ritterspiele

Zum ersten Mal beim Fest vertreten waren die „Hombrucher Sprach- und Heimatfreunde“, die sich für den Erhalt des Westmärker Brauchtums und dessen Mundart engagieren. „Unsere vierzehn Sänger haben schon zwanzig plattdeutsche Lieder einstudiert“, erklärte der Initiator Ralf Konecki.

So erzählten die Heimatfreunde bei einem von mehreren Sketchen in Mundart von der Begegnung eines Pastors mit einem Schweinehirten - auf Platt: De Pastauer un de Suëgeheier - und sorgten mit ihren Liedern für gute Unterhaltung. „Wir hatten etwa vierzig Teilnehmer in der Kapelle, von denen auch viele mitgesungen haben“, so Konecki.

Feiern wie 1652: Ritterspiele, Brauchtum und historisches Bier beim Margarethenfest

Die "Freie Ritterschaft zu Dortmund und Herne" präsentierte im weiteren Verlauf des Abends ein Mittelalterspektakel in der Gastronomie "Storckshof". © Marc D. Wernicke

Im weiteren Verlauf des Abends zogen die Feiernden über die Baroper Felder in den Storckshof an der Ostenbergstraße um. Beim dortigen „Gelage“ präsentierten die Mittelalterfreunde der „Freien Ritterschaft zu Dortmund und Herne“ Tänze mit Lichtstäben und Ritterspiele. „Die Stimmung war gut. Schätzungsweise waren mehr als 300 Besucher dort“, berichtete Pfarrer Ralf Wieschhoff am Tag nach dem Fest.

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