Die Polizei sichert seit dem späten Mittwochnachmittag die Synagoge in Hagen. Offenbar hatte es eine Anschlagsdrohung gegeben. Auch Sprengstoff-Spürhunde kamen zum Einsatz. © picture alliance/dpa
Großeinsatz an Jüdischem Feiertag

Festnahme nach Drohung gegen Synagoge in Hagen: Polizei Dortmund ermittelt

Nachdem es am Mittwoch offenbar eine Anschlagsdrohung gegen die jüdische Gemeinde in Hagen gegeben hat, ermittelt die Polizei Dortmund. Inzwischen hat es eine Festnahme gegeben.

Die Durchsuchungen beim 16-jährigen Tatverdächtigen brachten keine Bombenbauteile ans Licht, heißt es in einer Zusammenfassung der DPA. Es seien aber elektronische Medien wie Handys und Speichermedien sichergestellt worden, die nun ausgewertet werden müssten, berichtete demnach der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. Ob gegen den Verdächtigen ein Haftbefehl beantragt werde, sei noch unklar.

Update 20.15 Uhr: Familie des Tatverdächtigen wieder frei

Bei einer Wohnungsdurchsuchung waren auch der Vater und zwei Brüder des Tatverdächtigen festgenommen wurden. Gegen sie bestehe aber derzeit kein Tatverdacht, betonte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Düsseldorf. Am Abend seien die Drei wieder freigelassen worden.

Update, 13.30 Uhr: Warum Dortmund?

Wieso ist eigentlich die Polizei aus Dortmund zuständig gewesen für den Einsatz in Hagen? Dazu eine Sprecherin auf Anfrage: „Bei solchen Einsatzlagen ist es üblich, dass die nächste größere Behörde übernimmt.“ Das sei in diesem Fall für Hagen eben Dortmund.

In diesem Fall habe es an der „speziellen Gefährdungslage“ gelegen.

Update, 11 Uhr: Festnahme

Nach der Drohung gegen die Synagoge in Hagen hat es eine Festnahme gegeben: Es wurde ein Jugendlicher festgenommen“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul der Deutschen-Presse-Agentur.

Bei einer Wohnungsdurchsuchung seien weitere drei Personen angetroffen und ebenfalls vorläufig festgenommen worden. „Inwieweit diese Personen tatbeteiligt sind, ist noch Gegenstand der Ermittlungen.“

Ursprungsmeldung, 8.50 Uhr: Ermittlungen laufen

Die Polizei Dortmund hat von Mittwoch auf Donnerstag (15./16.9.) einen Großeinsatz an der Synagoge in Hagen geleitet. Am späten Nachmittag, gegen 16.45 Uhr, hatte der Einsatz begonnen, nachdem es Hinweise auf eine „mögliche Gefährdungslage“ gegeben hatte, so ein Polizeisprecher.

Der Bereich um die Synagoge war weiträumig abgesperrt, schwer bewaffnete Polizisten sicherten den Bereich. Auch Sprengstoff-Spürhunde waren im Einsatz. Eine akute Gefährdung habe nicht bestanden, da das Gebäude leer gewesen sei, so die Polizei.

Ein für den Abend geplanter Gottesdienst zum zweitägigen Jom-Kippur-Fest, dem höchsten jüdischen Feiertag, war zuvor abgesagt worden.

Weiterer Gottesdienst abgesagt

Auch ein für den Donnerstag geplanter Gottesdienst werde nicht stattfinden, die jüdische Gemeinde habe ihn abgesagt, hieß es am Donnerstagmorgen von Polizei-Sprecher Baffa Scinelli.

Polizisten mit Maschinengewehren sicherten die Synagoge der jüdischen Gemeinde in Hagen, nachdem es dort am Mittwochnachmittag Hinweise auf eine Bedrohung gegeben hatte. © picture alliance/dpa/Kai-Uwe Hagemann © picture alliance/dpa/Kai-Uwe Hagemann

Die Polizei ist auch aktuell noch vor Ort: „Im ganzen Land NRW sind die Präsenzkräfte an jüdischen Einrichtungen hochgefahren worden. In Hagen sind verstärkt Kräfte im Einsatz“, so der Sprecher.

Ermittlungen zu „möglicher Gefährdungslage“

Man stehe in Kontakt zu der jüdischen Gemeinde in Hagen. Zum konkreten Anlass des Großeinsatzes machte der Sprecher am Donnerstagmorgen keine Angaben. Weiterhin ist die Rede von einer „möglichen Gefährdungslage“.

„Das ist der aktuelle Stand, die Ermittlungen dauern an. Darüber hinaus können wir noch nichts weiteres sagen.“

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Jessica Will

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