Die zweite Phase der Ausgabe von FFP-2 Masken hat am 7. Januar begonnen. © picture alliance/dpa
Apotheken

FFP2-Masken: Zweite Verteilung startet mit Problemen – aber es soll besser werden

Dortmunds Apotheken versorgen erneut Angehörige von Risikogruppen mit FFP2-Masken. Die erste Phase lief nicht reibungslos. Und die aktuelle Aktion startet offenbar holprig.

“Das ist ja schon eine ziemlich einmalige Aktion.” So beschrieb der Apotheker Ulrich Ausbüttel Anfang Dezember die Ausgabe von FFP-2 Masken an die Risikogruppen durch Apotheken.

25 Prozent mehr Masken abgegeben als erwartet

Diese einmalige Aktion endete nun, am 6.1. – und nicht alles lief wie geplant: Ausbüttel musste mehr Masken austeilen als veranschlagt, berichtet er: Die Ausbüttels Apotheken sollten ursprünglich etwa 40.000 Masken ausgeben, es wurden schließlich etwa 25 Prozent mehr – nämlich rund 50.000, denn: „Wir wollten keinen Kunden unversorgt lassen”, berichtet der Apotheker. Einige Kunden holten aber wohl mehr Masken als die drei, die ursprünglich erlaubt waren.

Ein Grund für den großen Absatz war laut Ausbüttel, dass bis auf das Alter der Bezugsberechtigten keine echte Kontrolle möglich war – so konnte nicht geprüft werden, ob ein Anspruch wirklich bestand. „Und dann gab es leider auch Personen, die mehrere Apotheken aufgesucht haben”, so der Apotheker.

Diese Art von Missbrauch soll während der zweiten Ausgabe-Phase, die nun beginnt und sich bis Ende Februar erstreckt, verhindert werden:

Menschen, die einer Risikogruppe angehören und einen Anspruch auf die Masken haben, bekommen nun zwei so genannte „Bezugsscheine” von ihrer Krankenkasse: „Also quasi Masken auf Rezept”, beschreibt es Ausbüttel. Zudem müssten Kunden 2 Euro aus der eigenen Tasche zuzahlen.

„Unfähigkeit” von Behörden und den Krankenkassen

Für Michael Mantell, Vorsitzender des Dortmunder Apothekervereins, sind diese 2 Euro “ein wichtiges Steuerungselement”, um Missbrauch zu verhindern. Mantell berichtet allerdings von gravierenden Problemen.

„Im Moment sieht man wieder die Unfähigkeit unserer Behörden und der Krankenkassen”, schimpft der Apotheker. Seit Mitte Dezember wüssten die Krankenkassen, dass sie ihren Mitgliedern diese Coupons zukommen lassen müssen. Mantell: „Ich kenne aber niemanden, der welche hat.”

Kunden seien bereits auf ihn zugekommen, um in Erfahrung zubringen, wann sie denn mit ihren Bezugsscheinen rechnen könnten: „Das ist für mich wirklich ein Armutszeugnis”, resümiert der Apotheker deswegen.

Zweite Abgabe-Phase kontrollierbarer

Die Bundesdruckerei, so berichtet Mantell, habe die Coupons wohl schon ausgeliefert, weshalb er hoffe, dass die Krankenkassen ihren Mitgliedern die Scheine nun auch schnellstmöglich zukommen lassen werden.

Unterm Strich ist er aber ein Befürworter des neuen Systems: Der Ablauf der Maskenausgabe würde dann immerhin kontrollierbarer.

Auch Ausbüttel setzt für den zweiten Ausgabe-Zeitraum auf die Bezugsscheine. Er erwartet, “dass die neue Aktion viel geordneter abläuft, zumal viele Kunden die Masken vorab reservieren.”

Der Apotheker Ulrich Ausbüttel hofft, dass mit den neuen Bezugsscheinen, die Abgabe von Schutzmasken
Der Apotheker Ulrich Ausbüttel hofft, dass mit den neuen Bezugsscheinen, die Abgabe von Schutzmasken “geordnet abläuft.” © Linde © Linde

Ausbüttels Apotheken wollen selbst zusätzlich weitere Masken an die Angehörigen von Risikogruppen verschenken: Zu den sechs Masken, zu denen die Bezugsscheine insgesamt berechtigen, gebe es zwei Stück umsonst dazu.

Ähnlich wie im Dezember erwartet der Apotheker wieder einen großen Andrang in den nächsten Tagen. MAn habe vorgesorgt. „Wir haben mehr als 100.000 Stück auf Lager und können noch mehr nachbestellen”, berichtet er. Und: „Wir haben auch viele Kunden, die die Masken einfach kaufen.“ Eine FFP2-Maske sei mittlerweile ja auch „erschwinglich.”

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