Fingerspitzengefühl in jeder Lage

Uhrmachermeister Thomas Griesenbrock

10.05.2007, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Es sind die Menschen, die einer Stadt ein Gesicht geben. Prominente oder gänzlich unbekannte, reiche, arme, extravagante oder eher durchschnittliche. Wir stellen in der Serie ?5 vor 5? Menschen unserer Stadt vor. Und zwar immer um 16.55 Uhr. Was macht der- oder diejenige zu dieser Tageszeit? Z. B. ein Uhrmachermeister. Fünf Minuten hätte er mir zugestanden. ?Um 17 Uhr hätte ich auf die Uhr geschaut?, gibt Thomas Griesenbrock ganz offen zu. Offen gestanden hatte ich gar nicht mehr auf die Uhr geschaut, als mich die freundliche Verkäuferin beim Leiter der Uhrenwerkstatt von Juwelier Rüschenbeck anmeldete. Er dafür schon: ?Sie waren genau um 16.55 Uhr da.? Der 47-Jährige ist ein Pedant. Sagt er selbst. Er hasst Unpünktlichkeit und verfügt über eine gut geeichte innere Uhr. Wenn daheim etwas defekt ist, lässt ihm das keine Ruhe. Während er das alles erzählt, lächelt er leise. Griesenbrock mag ein Pedant sein ? aber einer mit wohltuendem Schuss Humor. Beim Job, da versteht er keinen Spaß. Ein wenig Stolz schimmert durch, wenn er von den hochwertigen Uhren, den solventen Kunden und seinen 18 Uhrmachern spricht. Sein Tagesablauf ist gut geölt: Telefonate, Briefe, Kundengespräche, Terminabsprache. Um fünf vor fünf, eine halbe Stunde vor Feierabend, geht er in der Regel die Reparatur-Termine des nächsten Tages durch. ?Falls es zu Verzögerungen kommen könnte, will ich unsere Kunden rechtzeitig informieren.? Das filigrane Uhrmacher-Werkzeug nimmt der begeisterte Tennisspieler freilich nur noch sporadisch zur Hand. Stattdessen muss er oft die Geschäftsbeziehungen mit anspruchsvollen Kunden in Schwung halten. Vor allem, wenn es um Reklamationen geht. Da ist Fingerspitzengefühl gefragt. Aber das sollte ein Uhrmachermeister ja haben. Jörg Heckenkamp

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