Flughafenchef Bunk: "Sieraus Idee holt keine Neukunden"

DORTMUND Ein Passagierrückgang um 27 Prozentpunkte im Januar – aber von Krise will Flughafenchef Markus Bunk nichts wissen. Wenngleich er noch auf Jahre mit Verlusten rechnet wie er im Gespräch mit unserer Redaktion verraten hat.

von Von H. Beckfeld, J. Heckenkamp, O. Volmerich & U.

, 05.03.2009, 06:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Flughafenchef Bunk: "Sieraus Idee holt keine Neukunden"

Bunk: "Der Flughafen muss 17 Stunden am Stück für Airlines zur Verfügung stehen."

Herr Bunk, SPD-OB-Kandidat Ullrich Sierau will eine Betriebszeiten-Verlängerung bis 22.30 Uhr und eine Verlängerung der Landebahn um 300 Meter. Sind Sie damit zufrieden? Bunk: Ich schätze es, dass Herr Sierau den Flughafen zur Chefsache gemacht hat und Verantwortung in dieser Frage übernimmt. Mit einer 300 Meter längeren Bahn haben wir die Möglichkeit, neue Fluggesellschaften anzusprechen.   Sieraus halbe Stunde mehr. Würde das was bringen?Bunk: Die hilft dem Bestand, also den Gesellschaften, die schon da sind. Für die Neuwerbung reicht das nicht. Die Airlines brauchen einen Flughafen, der 17 Stunden uneingeschränkt verfügbar ist.  Und mit dem Bestand kommen Sie nicht aus?Bunk: Nein, das sage ich ganz klar. Unsere Eigentümer haben erkannt, dass der Flughafen sich entwickeln muss, um wettbewerbsfähig zu bleiben.  Sie sagen Entwicklung, aber ist es nicht eher ein politischer Eiertanz?Bunk: Das Thema ist sehr komplex und die Währung der Politik ist die Wählerstimme. Das geht völlig in Ordnung. Repräsentative Umfragen zeigen aber, dass die Mehrheit der Dortmunder die Entwicklung des Flughafens wünscht.  Was sind genau Ihre Interessen?Bunk: Ich setze mich dafür ein, dass der Flughafen auch künftig wettbewerbsfähig ist und so dauerhaft mehrere tausend Arbeitsplätze in der Region sichert. Im Entwicklungsfall kämen sogar tausende neue hinzu.   Experten sagen, die Probleme Dortmunds sind nicht die Betriebszeiten, sondern strukturelle Defizite, wie zum Beispiel fehlende Anbindung ans Bahn-Netz.Bunk: Natürlich wäre eine solche Anbindung toll. Aber glauben Sie mir, keine Airline fragt nach einer Anbindung an das Bahnnetz.  Eine easyJet kam bei der Fülle von Zielen und unterschiedlichen Strecken aufgrund der aktuell schlechten Betriebszeit bei uns nicht zurecht.   Das bedeutet: Je länger die Betriebszeit, desto mehr Gesellschaften würden anbeißen?Bunk: Es geht um 60 Minuten mehr planmäßigen Betrieb. Dadurch können die Airlines ihre Flugzeuge wirtschaftlicher einsetzen. Diese Auffassung wird von zahlreichen Experten bestätigt. Hier geht's zum zweiten Teil des Interviews: Markus Bunk über Infrastruktur, schwarze Null und Passagierzahlen.

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