Fluglärm-Gegner feiern 40 Jahre Widerstand

Fest der Schutzgemeinschaft

Vier Jahrzehnte Protest: Die Schutzgemeinschaft Fluglärm hat mit mit Bühnenprogramm, Luftballons und Kinderschminken runden Geburtstag gefeiert. Unter die Feierlaune mischte sich dennoch der Protest gegen den Flughafen. Und eine Utopie der Fluglärm-Gegner.

DORTMUND

, 22.06.2014, 17:38 Uhr / Lesedauer: 1 min

Vorstandsvorsitzende Ursula Wirtz wirkt zufrieden, ihr Blick streift die vielen Besucher, die ihrer Schätzung nach im Laufe der fünfeinhalb Stunden dauernden Geburtstagsfeier den Platz vor Haus Rodenberg besuchten. „40 Jahre ist schon eine Marke“, sagt die Wickederin. „Nicht viele Vereine und Initiativen knacken die.“ Zum ersten Mal wurde ein runder Geburtstag der SGF so groß gefeiert. Ein Rückblick auf das Schaffen des Vereins bildete den Auftakt um 12 Uhr – unter dem Titel „Die Salamitaktik im Zeitraffer“ –, weiterhin trat das Ensemble „Pankultur“ auf, Liedermacher Fred Ape und das Turbo-Prop-Theater mit den „Schmuddels“.

Das Wort „Salamitaktik“ scheint verankert im Vereinsjargon. Wie lang die Salami noch ist? „Oh, das weiß keiner“, sagt Wirtz. „Das weiß ja wahrscheinlich selbst der Flughafen nicht.“ Es fallen Begriffe wie Betriebszeitverlängerung, Bahnverlängerung, Gewichtserhöhung, Verspätungsregelung. Worauf das hinausläuft, kann man erahnen. Die SGF-Utopie: „Wir wünschen uns natürlich eine Schließung des Flughafens und eine Wiedernutzung der Ackerfläche, vielleicht auch durch Wind- und Solarparks“, so Wirtz. Siehe Phoenix-See. „Nur fürchte ich, dass die EU an dem Flughafen festhalten wird. Mit dem Kopf durch die Wand – wie ein stures Kind.“ Trotzdem: Erst einmal ist das kein Grund, das Bier wegzustellen. Die Fluglärmgegner ließen sich unterhalten – und dachten weniger an das Brummen über ihren Köpfen.

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