Frauenfußball 2. Liga: Dortmunder Aufsteiger muss für Heimspiele umziehen

mlzFußball in Dortmund

Riesiger Jubel bei den Frauen des SV Berghofen. Seit Sonntag (28.6.) steht fest: Der SVB spielt in der nächsten Saison in der 2. Bundesliga. Doch jetzt steht ein Umzug bevor.

Berghofen

, 04.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Alles hat seinen Preis, das muss auch die Frauenmannschaft des SV Berghofen erfahren. Denn mit dem überraschenden Aufstieg in die 2. Bundesliga muss das erfolgreiche Team seine Heimspielstätte verlassen.

In der zweithöchsten Deutschen Spielklasse ist ein Naturrasenplatz Pflicht. Und den gibt es in Berghofen nicht. Hier liegt seit 2012 Kunstrasen. Eigentlich ein großer Vorteil für den Verein mit seinen zahlreichen Mannschaften.

In der zweithöchsten Spielklasse angekommen

Auch für die erste Frauenmannschaft war in der abgelaufenen Saison das künstliche Grün kein Problem. In der Regionalliga war ein Spielen auf diesem Untergrund noch möglich. Jetzt, in der zweithöchsten Spielklasse angekommen, geht es nur auf Naturrasen weiter.

Die Spielerinnen des SV Berghofen feierten den Aufstieg in der Innenstadt. Dieses Foto entstand vor einer bekannten Dortmunder Kneipe.

Die Spielerinnen des SV Berghofen feierten den Aufstieg in der Innenstadt. Dieses Foto entstand vor einer bekannten Dortmunder Kneipe. © SV Berghofen

Aber wo? „Wir werden einen Großteil unserer Heimspiele in der kommenden Saison im Aplerbecker Waldstadion austragen“, sagt Achim Schütz, Vorsitzender der Mädchen- und Frauenabteilung. „Wir haben beim ASC angefragt und dort war man einverstanden.“

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Für die Berghoferinnen ist das Waldstadion kein Neuland. Im September 2019 unterlag man dem Deutschen Meister VFL Wolfsburg im DFB Pokal in eben diesem Stadion vor über 2000 Zuschauern lediglich mit 0:2.

Ausweichspielort an der Schwerter Straße

Und auch für die Berghofer Fans hält sich der Aufwand in Grenzen. Gerade einmal zwei Kilometer trennen die eigentliche Heimspielstätte an der Berghofer Straße von dem „Ausweichspielort“ an der Schwerter Straße.

„Eine Wahnsinnsleistung, auf die der ganze Verein und der Stadtbezirk stolz sein kann.“
Michael Linke, Vorsitzender ASC 09

„Bauamt und Feuerwehr haben sich das Waldstadion noch einmal angesehen und für gut befunden. Der DFB hat dem zugestimmt“, so Achim Schütz.

Trainieren wird die Mannschaft im Übrigen auch auf Naturrasen. Das ein oder andere Mal im Waldstadion oder auf dem Rasenplatz des PTSV Dortmund an der Lissaboner Allee.

Vermutlich wird die neue Saison in der 2. Frauen-Fußball-Bundesliga im Oktober 2020 starten. Ein genaues Datum gibt es noch nicht. Jetzt geht es in Berghofen erst einmal auf Sponsorensuche. Denn die Fahrten zu den Auswärtsspielen werden doch erheblich länger. So geht es nach Leipzig, Jena oder Potsdam.

Finanzielle Unterstützung für Auswärtsfahrten?

Vielleicht ist auch eine finanzielle Unterstützung vonseiten des Stadtbezirksmarketings in Aplerbeck drin. „Ich würde mich freuen, wenn sich das Stadtbezirksmarketing und der SV Berghofen einmal zusammensetzen“, sagt Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel.

Der ist mächtig stolz auf die Berghofer Mädels: „Wir freuen uns alle mit dem SV Berghofen über den Aufstieg. Die Mannschaft musste am Ende ja noch ganz schön zittern, da es nicht in ihrer Hand lag. Aber es hat ja geklappt.“

Auch der erste Vorsitzende des ASC 09 Dortmund, Michael Linke, freut sich mit den Berghoferinnen und ist gerne Gastgeber. „Eine Wahnsinnsleistung, auf die der ganze Verein und der Stadtbezirk stolz sein kann. Wir werden das Projekt so weit wie möglich voll unterstützen. Herzlichen Glückwunsch an alle Beteiligten.“

Und er sagt zugleich Hilfe zu: „Wir werden das gemeinsam stemmen. Wie beim Pokalspiel gegen Wolfsburg.“

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