„Fridays for Future“-Sommerkongress: Mehr als 1400 Teilnehmer in Dortmund erwartet

Erstes bundesweites Treffen

Weit mehr als 1400 „Fridays for Future“-Aktivisten wollen ab Mittwoch in Dortmund zu einem Sommerkongress zusammenkommen. Die zentrale Frage: Wie geht es mit der Bewegung weiter?

Dortmund

29.07.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Fridays for Future“-Sommerkongress: Mehr als 1400 Teilnehmer in Dortmund erwartet

Ragna Diederichs und Jakob Blasel. Die beiden 18-Jährigen gehören zum Organisationsteam des „Fridays for future“-Sommerkongresses in Dortmund. © dpa

Wer sind wir, wo stehen wir und wohin geht’s? Diese Fragen wollen Schüler und Studenten der klimapolitischen „Fridays for Future“-Bewegung ab Mittwoch (31.7.) auf einem fünftägigen Sommerkongress in Dortmund diskutieren. Mehr als 1400 Aktivisten haben sich zu dem Treffen im Revierpark Wischlingen angemeldet. Es sei das größte dieser Art in der Geschichte der noch jungen Bewegung, hieß es vorab.

„Wir treten als geeinte Bewegung mit riesiger Wirkmacht auf, haben uns aber noch nie außerhalb von Whatsapp-Chats und Telefonkonferenzen gesehen“, erklärte Aktivist Jakob Blasel die Grundidee des Treffens. Seit Monaten demonstrieren weltweit vor allem Schüler und Studenten freitags, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen.

Mitglieder wollen sich gegenseitig bestärken

Nach inzwischen acht Monaten aktivistischer Arbeit in Deutschland in einer wachsenden Zahl von Ortsgruppen sei es zudem wichtig, sich bei dem Kongress gegenseitig zu bestärken, ergänzte Mitstreiterin Ragna Diederichs. Sie wollten „gemeinsam vier Tage lang Luft holen“, um den notwendigen langen Atem zu haben, den die Bewegung brauche, so Blasel.

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Die beiden 18 Jahre alten Abiturienten gehören zu den Initiatoren des „Fridays for Future“-Kongresses und zur vielköpfigen Organisationsgruppe, die den Kongress seit dem Frühsommer in einem kleinen Büroraum in der Dortmunder Nordstadt plant und auf die Beine gestellt hat. Für den Sommerkongress gibt es eine eigene Homepage.

Ab Mittwoch reisen die Teilnehmer an, von Donnerstagfrüh bis Sonntagmittag gibt es ein dichtes Programm aus Arbeitsgruppen und Podien, aber auch Unterhaltung und Musik. Für den Freitag ist zudem eine noch geheime Aktion geplant.

Argumentationstrainings und Vorträge

Die jungen Aktivisten – es haben sich meist Minderjährige und Studenten angemeldet – wollen sich gemeinsam mit den Forderungen der „Fridays for Future“-Kampagne und den dahinter steckenden Argumenten auseinandersetzen, aber auch methodisches Rüstzeug bekommen. Es gibt etwa Argumentationstrainings und Referenten zur Frage, wie man eine gute Rede hält oder bei Youtube möglichst viele Menschen erreicht.

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Zudem erklären Naturwissenschaftler und erfahrene „Fridays for Future“-Protestler wichtige Grundlagen für die klimapolitischen Forderungen der Schüler und Studenten: Wie wirkt sich beispielsweise die CO2-Zunahme global aus und was ist so problematisch am Insektensterben?

Aktivisten schlafen in Zelten oder Turnhallen

Eingeladen sind auch erfahrene Umweltlobbyisten oder Vertreter anderer Institutionen wie Gewerkschaften oder Verbände. Sie sollen Einblicke und Anregungen geben, welche politischen Aktionsformen möglich und potenziell erfolgreich sind, erläuterten die Organisatoren vorab. So will die Bewegung sich weiter vernetzen und neue Kampagnen und Aktionsformen anstoßen.

Das Kongressgelände im Revierpark Wischlingen ist nur zwei S-Bahn-Stationen von der Innenstadt entfernt. Die Aktivisten schlafen in Zelten oder in Turnhallen des benachbarten Schulzentrums. Bei dieser Art Sommerlager-Feeling geschehe der notwendige Austausch untereinander wie von selbst, glauben die Organisatoren: „Das meiste passiert beim Mittagessen“, sagte Blasel. „Es ist einfach auch mal ein gutes Experiment, 1400 Aktivisten auf einen Haufen zu werfen und mal zu gucken, was passiert.“

Mit Material von dpa

  • Die Anmeldephase ist vorbei, jedoch kann man mit Glück noch einen Platz bekommen, wenn man sich auf die Warteliste einträgt. Alle Infos gibt's auf kongress.fridaysforfuture.de
  • Die Teilnahmegebühr liegt bei 40 Euro (Spendenempfehlung).
  • Für einige Bildungsveranstaltungen wurden Zuschüsse des Bundesumweltministeriums und der Maercator-Stiftung eingeworben. Es gibt aber auch Sachspenden von Betrieben.
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