Friedhofsbesucher vermutet Ratten im Grab der eigenen Mutter

mlzFriedhof Hombruch

Schon seit Dezember vermutet ein Friedhofsbesucher in Hombruch, dass sich Ratten in unmittelbarer Nähe der Gräber einnisten. Doch niemand hat Ratten gesehen. Der Fall scheint unklar.

Barop

, 04.02.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Klaus Beinfohr ist frustriert. Schon seit Dezember hofft er auf die Hilfe der Stadt Dortmund, doch fühlt er sich mit seinem Problem allein gelassen: Er fürchtet, dass sich im Grab seiner Mutter auf dem Hombrucher Friedhof eine Ratte eingenistet hat.

Jetzt lesen

Mehrmals hat er sich mit dieser Sorge bereits an das Friedhofsamt und das Bürgerbüro der Stadt gerichtet – geändert hat sich allerdings noch nichts. Die Sorge bleibt. „Jetzt träume ich nachts davon, dass meine Mutter von Ratten aufgefressen wird“, sagt er.

Löcher im Boden weisen auf Nagetierbefall hin

Im Dezember sind Beinfohr zum ersten Mal Löcher am Rand der Grabstätte aufgefallen. Schnell lag die Vermutung nahe, dass sie von Nagetieren stammen. Welche Nagetiere genau, wisse er nicht, vermutet aber anhand der Größe der Löcher, dass es sich um Ratten handelt.

Löcher am Rand der Grabstätte könnten auf Nagetierbefall hinweisen.

Löcher am Rand der Grabstätte könnten auf Nagetierbefall hinweisen. © Privat

Das zuständige Friedhofsamt kennt die Beschwerde, sieht sie jedoch bisher nicht bestätigt. „Es handelt sich dabei um eine Öffnung im Boden, bei der wir nicht hundertprozentig sagen können, woher sie kommt“, so Thomas Rosenbaum von der Friedhofsverwaltung in Menglinghausen. „Ich möchte nicht verneinen, dass es eine Jungratte gewesen sein könnte. Nachdem wir uns die Stelle angeschaut haben, konnte der Verdacht aber erstmal nicht bestätigt werden.“

Aussage der Stadt reicht Beinfohr nicht aus

Auch Beinfohr selbst hat bisher noch keine Ratte gesehen – nur die Löcher. Das sei aber kein Wunder, findet er. Ratten kämen natürlich nicht heraus, wenn Menschen in der Nähe sind.

„Ich hatte gehofft, dass am Grab Wildkameras aufgestellt werden. Das ist aber nicht passiert.“ Stattdessen seien die Löcher beseitigt worden, vielleicht durch einen Friedhofsgärtner, vermutet Beinfohr. „Die Löcher wurden einfach zugeschüttet und die denken dann, das war‘s.“

Als er am Wochenende (1./2. Februar) wieder am Grab seiner 2017 verstorbenen Mutter war, habe er neue Löcher entdeckt. „Mittlerweile sind sie auch auf Kopfhöhe des Sarges“, sagt Beinfohr. „Wir haben über Zehntausend Euro für die Beerdigung bezahlt, da möchte man so etwas nicht.“

Es handelt sich um einen Einzelfall

Bisher haben sich keine weiteren Friedhofsbesucher über Ratten auf dem Hombrucher Friedhof beschwert. Die Friedhofsverwaltung ordnet die Situation dementsprechend als Einzelfall ein und der Handlungsspielraum sei gering.

„Es könnte sich auch um Wühlmäuse oder andere Tiere handeln“, erklärt Rosenbaum. „Wir werden den Fall weiter beobachten. Dass aber speziell ein Kammerjäger oder Schädlingsbekämpfer beauftragt wird, ist erstmal nicht der Fall.“

Jetzt lesen

Klaus Beinfohr zeigt Verständnis für die Schwierigkeiten, die eine Ungezieferbekämpfung mit sich bringen würde. „Gift oder Fallen können natürlich auch andere Tiere gefährden“, sagt er.

Trotzdem stellt ihn die Mitteilung der Stadt nicht zufrieden. Es müsse professionell und langfristig gegen das Ungeziefer vorgegangen werden, beklagt er.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt