Fünf Gründe, warum Dortmund gut für die Gesundheit ist

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Dortmund ist nicht perfekt. Auch im Gesundheitswesen nicht. In einer neuen Studie lassen sich trotzdem fünf Gründe finden, warum Dortmund in Sachen Gesundheit gut aufgestellt ist.

Dortmund

, 21.09.2019, 13:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Dortmund ist gut für die Gesundheit. Sicher, die Stadt ist nicht gerade ein Kurort. Dortmund ist nun mal eine Großstadt im Ruhrgebiet. Mit Ecken und Kanten. Es ist nicht alles perfekt. Zum Beispiel gibt es auch hier Missstände in der Pflege.

Beim Blick auf eine neue Studie der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund zum Thema Gesundheitswirtschaft lassen sich dennoch fünf Gründe finden, warum die Stadt Dortmund beim Thema Gesundheit gut aufgestellt ist.

Grund 1: Krankenhäuser in Dortmund

Dortmund ist laut der Untersuchung auffallend gut ausgestattet, was die Krankenhauslandschaft angeht. Mit dem Klinikum Dortmund verfügt die Stadt über das größte kommunale Krankenhaus NRWs und das zweitgrößte in ganz Deutschland.

25 Kliniken und fünf Institute vereinen hier alle Fachrichtungen bis auf Psychiatrie. Unter anderem sitzt hier das größte Krebszentrum der Region.

Rund 4200 Mitarbeiter und jährlich mehr als 250.000 Patienten in über 1400 Betten. Dazu baut das Klinikum weiter aus: Zum Beispiel den geplanten Anbau an der Beurhausstraße, der laut Plan Ende 2021 in Betrieb gehen soll.

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Daneben hat Dortmund noch zehn weitere Krankenhäuser, unter anderem das Klinikum Westfalen, mit mehr als 150.000 Patienten jährlich.

Die Krankenhausversorgung in Dortmund ist so gut, dass IHK-Geschäftsführer Ulf Wollrath sogar eine Zunahme des sogenannten Gesundheitstourismus für möglich hält. Also etwa arabische Familien, die extra für einen Krankenhausaufenthalt anreisen. Das St.-Josefs-Hospital in Hörde bietet beispielsweise sogar schon eine Luxusunterkunft mit Minibar und Bürodienstleistungen für Wohlhabende an.

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Grund 2: Die Versorgung mit niedergelassenen Ärzten

In Dortmund gibt es laut Studie 320 Hausärzte und insgesamt 714 Fachärzte. Der demografische Wandel macht in ländlichen Gebieten zunehmend Probleme, weil dort die Versorgung mit Hausärzten stellenweise schlecht ist. Es gibt immer mehr Patienten, die keine weiten Entfernungen mehr zurücklegen können. Und die wachsende Altersstruktur macht hier auch vor den Medizinern selbst keinen Halt: Es fehlt an Ärzte-Nachwuchs. In Dortmund ist dieses Problem noch nicht so sehr angekommen.

Den Grund dafür sieht Ulf Wollrath auf Nachfrage in „besseren Voraussetzungen“ für Dortmund – also einer grundlegend besseren Ärzte-Versorgung. Zwar werden auch hier die Ärzte immer älter, dennoch gilt: „Die Nachwuchsmediziner zieht es eher in die Metropolen“, wie es in der IHK-Studie heißt.

Grund 3: Die Dortmunder Rettungsdienste

In Dortmund gibt es auch Randbereiche, die weniger gut an Ärzte und Rettungsdienste angeschlossen sind. Etwa Syburg, wo die Freiwillige Feuerwehr häufiger als medizinischer Erstversorger aushelfen muss. 2010 hatte der dortige Löschzug allein 101 medizinische Hilfeleistungen zu verzeichnen.

Dennoch tun die Dortmunder Rettungsdienste, was sie können. Um eine bessere Überlebenschance bei Notfallrettungen und Wiederbelebungen zu gewährleisten, nimmt der Dortmunder Rettungsdienst an einer bundesweiten Reanimationsstudie teil. Zu diesem Zweck wurden auch die Notarztfahrzeuge und Rettungswagen mit mechanischen Reanimationshilfen aufgerüstet.

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Dazu kommt der Rettungshubschrauber „Christoph Dortmund“ der DRF Luftrettung. Dieser am Airport Dortmund stationierte Hubschrauber hat seit April 2018 neue Technik an Bord. Mit einem Gerät sind Herzdruckmassagen automatisch auch während des Fluges möglich. „Christoph Dortmund“ deckt einen Radius von 70 Kilometern im Ruhrgebiet ab.

Grund 4: Die heimische Wirtschaft

Bereits 2016 hat die Gesundheitswirtschaft im Ruhrgebiet die Industrie als stärksten Arbeitgeber überholt. Der Gesundheitssektor hat in Dortmund allein 16 Unternehmen. 39.100 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gibt es im Gesundheits- und Sozialwesen (Stand September 2018). Dortmund ist dabei ein „Hotspot der Krankenversicherungen“, wie Ulf Wollrath es formuliert.

Fünf Gründe, warum Dortmund gut für die Gesundheit ist

Ulf Wollrath (l.) und Patrick Voss haben über drei Jahre eine Studie zum Thema Gesundheitswirtschaft für die IHK zu Dortmund erstellt. © Stephan Schuetze

In Dortmund werden vom Pharmahersteller Boehringer Ingelheim innovative Tascheninhalatoren für Atemwegserkrankte hergestellt, die weltweit als einzige ohne Treibgas auskommen. 44 Millionen Inhalationsgeräte werden im Technologiepark Dortmund jährlich für den Weltmarkt produziert.

Dortmund besitzt außerdem 126 Apotheken. Damit ist die Zahl zwar rückläufig, aber mit der Adlerapotheke am Alten Markt hat die Stadt die älteste Apotheke Westfalens: Über 700 Jahre ist sie alt. Sie ist Dortmunds ältestes eigenständiges Unternehmen. Dortmund hat acht Apotheken, die schon vor 1950 bestanden.

Grund 5: Die ortsansässige Wissenschaft

Die Wissenschaft forscht in Dortmund viel zur Gesundheit. Die Studie der IHK zählt mehr als 1000 Wissenschaftler. Neben der Technischen Universität gibt es eine Reihe außeruniversitäre Forschungsstätten in Dortmund.

Zu nennen wären da zum Beispiel das Fraunhofer-Institut (E-Healthcare-Forschung), das Leibniz-Institut (Bioanalytik und -technologie) oder das Max-Planck-Institut (biomedizinische Grundlagenforschung).

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