5 Jahre „Nette Toilette“: Hörder schätzen ihre 11 stillen Örtchen

mlzStadtentwicklung

Seit fünf Jahren gibt es in Hörde die „Nette Toilette“. Genau gesagt sind es elf Toiletten. Nun dient das Modell als Vorbild für die ganze Stadt – vor allem wegen der guten Erfahrungen.

Hörde

, 22.10.2019, 21:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Hanna Müller ist das Thema ein Dauerbrenner. „Es gab keinen Runden Tisch in den letzten acht bis zehn Jahren, bei dem die Frage öffentlicher Toiletten nicht Thema war“, sagt die Mitarbeiterin des städtischen Seniorenbüros. Vor fünf Jahren fanden die Hörder eine Lösung: die „Nette Toilette“.

Die Erfahrungen sind so positiv, dass das Modell jetzt auf alle Dortmunder Stadtbezirke ausgeweitet werden soll.

Hinter der „Netten Toilette“ verbirgt sich eine bundesweite Initiative, in der Gaststätten, Geschäfte und öffentliche Einrichtungen ihre Toiletten für Menschen mit einem dringenden Bedürfnis zur Verfügung stellen.

Smartphone-App zeigt elf stille Örtchen in Hörde

Die Idee stammt aus Aalen in Baden-Württemberg. 270 Städte und Gemeinden haben das Konzept übernommen, heißt es auf der Internetseite der Initiative. Die Rechte liegen bei der Konzept- und Werbeagentur Studioo. Sie hat einheitliche Türschilder, Flyer und Plakate entwickelt.

Die weisen auf die „Nette Toilette“ hin. Für das Smartphone gibt es eine App, die bundesweit alle WC-Standorte zeigt.

Auch die elf Hörder: Sieben Gastronomen, drei öffentliche Einrichtungen (Verwaltungsstelle, Stadtbibliothek und Stadtteilagentur) sowie die evangelische Kirchengemeinde machen mit. „Die Resonanz ist grundsätzlich gut“, sagt Carola Urban vom Seniorenbüro. „Manche Senioren haben aber immer noch Hemmungen, eine Gastronomie aufzusuchen.“

Teilnehmer erhalten Reinigungspauschale

Die Hemmungen sind unbegründet. Die Nutzung der Netten Toiletten ist kostenlos. Bezirksvertretung und Stadtteilagentur zahlen den Teilnehmern an der Initiative eine monatliche Reinigungpauschale von 100 Euro. Das Modell rechnet sich, erklärt die Agentur Studioo am Beispiel der Stadt Aalen. Eine neues vollautomatisches Toilettenhäuschen koste rund 130.000 Euro. Hinzu kommen 15.000 Euro Reinigungsgebühr.

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Auch barrierefreie Nette Toiletten gibt es in Hörde, etwa in der Bezirksverwaltungsstelle. Bei Stadtteilfesten hat Marianne Diel vom Aktivkreis Hörde den Schlüssel. „Die Leute freuen sich, dass sie eine barrierefreie Toilette finden“, berichtet Diel.

Für Besucher mit Behinderungen sei das ein entscheidendes Kriterium, ein Fest überhaupt besuchen zu können. „Wir leben im Zeitalter der Inklusion. Wenn wir es jetzt nicht machen, wann dann.“

Der Vorteil der „Netten Toilette“ sei die Streuung über die gesamte Hörder City, sagt Gaby Schulten von der Stadtteilagentur. „Bei öffentlichen Toiletten hat man eine oder zwei und die zentral.“ Nach anfänglichen Bedenken, wen man sich da ins Haus hole, sei die Erfahrung positiv. Gaby Schulten ist auch ein wenig stolz: „Wir finden das super, wenn das Konzept auf ganz Dortmund ausgerollt wird.“

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