Viergeschossig soll der Neubau werden und zwei begrünte Innenhöfe erhalten. © Jost Hauer
Neubau

Für 70 Millionen Euro: Unternehmen startet zweites Bauprojekt auf Phoenix-West

Wieder ein Neubau auf Phoenix-West: Ein Unternehmen zieht sein zweites Gebäude hoch und investiert 70 Millionen Euro. Bei der Grundsteinlegung machte OB Westphal ein Versprechen.

Dr. Hans-Jürgen Brick, Geschäftsführer (CEO) von Amprion, brachte es auf den Punkt: Es handele sich um die zweite Grundsteinlegung innerhalb von fünf Jahren, sagte er am Mittwoch (4.8.) bei einer kleinen Feier in der Baugrube auf Phoenix-West. „Das erlebt man auch als Geschäftsführer nicht alle Tage.“

Erst im März 2019 haben rund 900 Mitarbeiter des Stromnetzbetreibers ihre neue Zentrale an der Robert-Schumann-Straße 7 bezogen. Jetzt sind bereits die Arbeiten fürs zweite Gebäude direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite gestartet. Im ersten Quartal 2023 soll es in Betrieb gehen.

Die neue Adresse: Robert-Schuman-Straße 8. Wer dort einzieht? Weitere rund 680 Mitarbeiter, die der Übertragungsnetzbetreiber Amprion derzeit in angemieteten Büros am Rheinlanddamm untergebracht hat.

Rund 200 Arbeiter werden auf der Baustelle beschäftigt sein und 300 Betonpfähle sowie 30 Sonden in die Erde setzen.
Rund 200 Arbeiter werden auf der Baustelle beschäftigt sein und 300 Betonpfähle sowie 30 Sonden in die Erde setzen. © Beushausen © Beushausen

„Unser Zuhause ist Dortmund, unsere Heimat ist NRW“, bekannte sich Brick einmal mehr zum Standort Phoenix-West. Es gehe darum, ein „leistungsfähiges und sicheres Netz“ zu erstellen, sagte der Amprion-Chef mit Blick auf die angestrebte Klimaneutralität. Bis 2030 werde Amprion allein in NRW 243 Netzprojekte umsetzen.

Standort auf Phoenix-West war nicht unumstritten

Tatsächlich erstreckt sich das Höchstspannungsnetz weit über NRW hinaus: Es ist rund 11 000 Kilometer lang und leitet den Strom durch mehrere Bundesländer – von Niedersachsen bis zu den Alpen.

Da passt es ins Bild, dass auch der knapp 26 500 Quadratmeter große Neubau auf höchste Effizienz getrimmt wird. Schon deshalb, weil es „ein sehr kompaktes Gebäude mit kurzen Wegen“ sein werde, wie Architekt Thomas Schmidt aus dem Bochumer Büro SSP AG betonte. Für die Deckung des Energiebedarfs sorgen eine Solaranlage und Erdwärmesonden.

Dabei hatte es eine Zeit gegeben, in der die Ansiedlung von Amprion auf Phoenix-West keineswegs ausgemachte Sache war. Daran erinnerte OB Thoms Westphal in einer kurzen Ansprache. Er sei damals „gerade erst wenige Tage als Dortmunder Wirtschaftsförderer im Amt gewesen“. Es habe „Kreise gegeben“, in denen der Standort „nicht unumstritten war“, formulierte Westphal.

Warum die Wahl trotzdem auf die High-Tech-Fläche Phoenix-West fiel? Die Antwort lieferte der OB gleich mit: „Unter anderem, weil es hier die Möglichkeit gibt zu wachsen.“

Dann schlug Westphal den Bogen zur Neuzeit: Klimapolitik, so der OB, dürfe sich nicht nur über Verbote definieren. Notwendig seien in erster Linie „Innovations- und Technologiepolitik“, sagte Westphal. Dann wurde es launig.

OB kündigt sich mit Hufeisen zur Eröffnung an

Er hoffe, dass er auch zur Eröffnung des neuen Gebäude eingeladen werde, sagte Westphal. Und kündigte ein Geschenk an: Er werde ein Hufeisen als Glücksbringer mitbringen. Das funktioniere. Auch wenn man nicht dran glaube, meinte Westphal und blickte zufrieden in das schmunzelnde Gesicht des Amprion-Chefs.

Beste Laune bei der Grundsteinlegung: Detlef Börger-Reichert, Betriebsratsvorsitzender bei Amprion, Geschäftsführer Dr. Hans-Jürgen Brick, Architekt Tohmas Schmidt und OB Thomas Westphal (v.l.).
Beste Laune bei der Grundsteinlegung: Detlef Börger-Reichert, Betriebsratsvorsitzender bei Amprion, Geschäftsführer Dr. Hans-Jürgen Brick, Architekt Tohmas Schmidt und OB Thomas Westphal (v.l.). © Beushausen © Beushausen

Und was steckte der OB in die Zeitkapsel, die traditionell in einem Grundstein versenkt wird? Ein geflügeltes Nashorn mit Maske. Die weiteren Zutaten der anderen Akteure: Eine aktuelle Ausgabe der Ruhr Nachrichten und ein Leitseil aus Aluminium.

Architekt Schmidt hatte sich etwas Besonderes einfallen lassen: Neben einer Euro-Münze und einer Gebäudeansicht fügte er die Namen seines Teams hinzu, das den Amprion-Neubau entworfen hat. Der Grund: „Sie sind alle in Dortmund ausgebildet worden, an der Uni und an der Fachhochschule.“

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Jahrgang 1961, Dortmunder. Nach dem Jura-Studium an der Bochumer Ruhr-Uni fliegender Wechsel in den Journalismus. Berichtet seit mehr als 20 Jahren über das Geschehen in Dortmunds Politik, Verwaltung und Kommunalwirtschaft.
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