Für das Teilen einer Wassermelone draufgezahlt – 10 Cent pro Kilogramm

mlzIm Rewe-Markt

Ist das Teilen einer Wassermelone im Supermarkt Service oder kostet das extra? Eine Kundin hat in einem Rewe-Markt fürs Teilen 10 Cent pro Kilo gezahlt. Das sagt die Geschäftsführerin.

Aplerbecker Mark

, 03.07.2019, 18:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wassermelonen gehören zum Sommer wie Flip-Flops. Deshalb wollte auch Gabriele Tuneke eine Wassermelone im Rewe-Markt in der Aplerbecker Mark kaufen. Aber nicht eine ganze. Die war ihr zu viel. Die 72-Jährige fragte die Obst- und Gemüse-Fachverkäuferin, ob sie ihr eine durchschneiden könne. Konnte sie. Das kostete laut Ehemann Horst Tuneke allerdings 10 Cent – pro Kilo. Gabriele Tuneke zahlte 20 Cent und ging erstaunt nach Hause.

„Ist das üblich, oder eine neue Form von Nepp?“, fragt Horst Tuneke. Weder noch, sondern ein Missverständnis, ein Überbleibsel „aus der alten Schnibbelküche“, wie die Redaktion von der freundlichen Chefin des Rewe-Marktes Birgit Müller erfuhr.

Schnibbelküche ist abgeschafft

Bis vor einem Jahr seien in dem Rewe-Markt Früchte wie Ananas und Melone zum Verzehr extra in kleine Stücke geteilt und neu verpackt worden. Ein Extra-Aufwand, der natürlich koste. Das sei aber abgeschafft worden, auch wegen der Auflagen für solch eine Schnibbelküche und wegen des vielen Abfalls, der dabei entstehe. Zudem sei sie kein großer Fan von unnötigen Verpackungen, sagt Birgit Müller.

„Meiner Mitarbeiterin kann ich keinen Vorwurf machen“, sagt die Supermarkt-Chefin, „vermutlich habe ich das nicht richtig kommuniziert“.

Tante-Emma-Laden mit dem Ohr am Kunden

Der Rewe-Markt an der Schwerter Straße in der Aplerbecker Mark ist ein eher kleiner Laden. Seit 37 Jahren, davon 35 Jahre selbstständig, hat Birgit Müller hier das Ohr am Kunden, heute als Marktmanagerin. „Ich versuche, der Tante-Emma-Laden zu bleiben“, sagt sie. Doch es sei schwierig, gegen die große Konkurrenz über die Runden zu kommen. Zehn Cent pro Kilo für das Teilen von Melonen zu nehmen, sei da kein großer Gewinn. „Und der Kunde ärgert sich.“ Hinzu komme, dass die Melonen ohnehin erst an der Kasse gewogen würden.

Ein vorangegangener Ortstermin der Redaktion bestätigt das. Und in der Obst-Auslage lagen bereits geteilte Melonen.

Rewe-Märkte halten es unterschiedlich

Birgit Müller hat sich auch bei den Kollegen in anderen Supermärkten umgehört und erfuhr: „Die meisten nehmen für das Zerteilen keine Gebühr.“ Andere verträten den Standpunkt, dass das Arbeit sei, die bezahlt werden müsse.

Die Rewe-Pressestelle teilt dazu mit, die Preisgestaltung unterliege den selbstständigen Kaufleuten. „Die Grundpreise für Stückware (ganze Melone) und verzehrfertig zubereitete Ware (Melonenscheiben oder auch geviertelte Melonenstücke) unterschiedlich zu kalkulieren, ist angemessen und branchenüblich. Schließlich entfallen beispielsweise auf geschnittene Melonen zusätzlich Arbeitszeit, Verpackungsmaterial und das Verlustrisiko, weil übrige Teile der Melone möglicherweise nicht vollständig verkauft werden können.“

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