„Für ein Menü zahlen wir drei Mal“ – Protest gegen Löhne bei Fastfood-Ketten

mlzRestaurant-Ketten

Bei einer Info-Aktion in der Dortmunder Innenstadt fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) einen höheren Mindestlohn für Beschäftigte von Fastfood-Ketten.

von Anna Maria Stock

Dortmund

, 04.02.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert für Beschäftigte von Fast-Food-Ketten einen Mindestlohn von 12 Euro. Das verkündeten Vertreter der Gewerkschaft am Dienstag (4. Februar) bei einer Info-Aktion in der Dortmunder Innenstadt.

Unter dem Motto „Schluss mit einmal kaufen, aber dreimal bezahlen!“ informierten über 30 Beschäftigte der Systemgastronomie und Gewerkschaftsvertreter vor der Burger-King-Filiale am Ostenhellweg über die Arbeitsbedingungen bei den großen Fast-Food-Ketten.

Drei Mal zahlen

Die großen Fastfood-Ketten verfolgten ein Geschäftsmodell, das darauf baue, dass die Allgemeinheit dafür zahle, so Torsten Gebehart vom Landesbezirk NRW der NGG. Denn für ein Menü zahle man drei Mal, erklärt er weiter. Das erste Mal an der Kasse.

Das zweite Mal dann als Steuerzahler: „Viele Menschen verdienen so wenig Geld, dass sie schon während ihres Erwerbslebens Anspruch auf Untersützungsleistungen haben. Das sind Leistungen, die aus unseren Steuern und Abgaben bezahlt werden.“

„Für ein Menü zahlen wir drei Mal“ – Protest gegen Löhne bei Fastfood-Ketten

Torsten Gebehart vom Landesbezirk NRW der NGG spricht bei der Kundgebung zu den anwesenden Beschäftigten und Passanten. © Anna Maria Stock

Gleiches gelte später im Alter. „Die Renten sind dann so niedrig, dass man davon ausgehen kann, dass sie Grundsicherung, Aufstockung und zusätzliche Leistungen brauchen.“ Auch die zahle der Steuerzahler, sagt Gebehart.

Ufuk Büyüktatar, Betriebsratsvorsitzender bei McDonalds und unter den anwesenden Beschäftigten, sagt: „Ich möchte nicht später bei der Rente noch zusätzlich Geld beantragen müssen.“

Mindestlohn erhöhen

Info Anlässlich des 100-jährigen Bestehens von Betriebsräten in Deutschland am Dienstag (4. Februar) hat die NGG Dortmund in einer Pressemitteilung zur Betriebsratsgründung in Restaurants und Bäckereien aufgerufen. Vor hundert Jahren, im Februar 1920, wurde das Betriebsrätegesetz verabschiedet. Der 4. Februar sei somit ein gutes Datum, um an die Bedeutung von Betriebsräten zu erinnen, so Manfred Sträter, NGG-Geschäftsführer.

Also fordert die Gewerkschaft „dass diese Armutslöhne abgeschafft werden. Die Unternehmen sind milliardenschwer und sie können es sich durchaus leisten, vernünftige Löhne zu zahlen“, erklärt Gebehart.

Hintergrund sind die Tarifverhandlungen zwischen der NGG und dem Bundesverband der Systemgastronomie (BdS), dem Unternehmen angehören wie McDonald‘s, Burger King, L‘Osteria, Starbucks, Nordsee und Tank und Rast.

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Die Tarifverhandlungen haben im Dezember 2019 begonnen. Der Stand nach der zweiten Verhandlungsrunde: Ein Mindestlohn von 9,48 Euro. Für die NGG zu wenig, die 12 Euro fordert. Der aktuelle gesetzliche Mindestlohn liegt bei 9,35 Euro.

Die Informationsveranstaltung in Dortmund ist der Auftakt für bundesweite Protest-Aktionen. „Je nach Ausgang der dritten Verhandlungsrunde am 13. Februar werden wir andere Maßnahmen ergreifen. Womöglich gibt es dann Warnstreiks oder Streiks“, sagt Gebehart.

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